Tropfest

Frage: Was ist Tropfest?
Antwort: Das weltweit größte Kurzfilmfestival!

Frage: Und das findet jährlich in Wollongong statt?
Antwort: Nein. Die Hauptveranstaltung ist in Sydney. Dennoch wird Tropfest in allen großen australischen Städten per Live-Übertragung ausgestrahlt, sodass überall die Menschen am Festival teilhaben können. So auch in Wollongong.

Frage: Wie viele Zuschauer verfolgen normalerweise das Festival?
Antwort: Allein in Sydney sind es über 100.000, die in die Royal Botanic Gardens strömen, um an diesem Filmfestival teilzuhaben. Somit ist es eines der größten Filmfestivals in Australien/Ozeanien überhaupt, was zudem auch die Bedeutung des Kurzfilms für die australische Massenkultur widerspiegelt.

Frage: Was für Filme werden gezeigt und wie viele?
Antwort: Also, Einsendungen für den Wettbewerb gab es dieses Jahr über 700, ins Finale gekommen sind 16. Die meisten Regisseure kommen übrigens aus New South Wales und Victoria, was nicht allzu verwunderlich ist, da die großen Filmfestivals eben auch in Sydney und Melbourne stattfinden.

Frage: Und was für Filme?
Antwort: Kurzfilme! … (lacht)… Nein, im Gegensatz zu vielen internationalen Festivals ist die Spielzeit der Filme auf 7min beschränkt. Die Regisseure müssen sich also wirklich kurz fassen.

Frage: Zurück zu Wollongong. Was kostet es und wo findet es statt?
Antwort: Der Eintritt zum Tropfest ist überall in Australien kostenlos. Dieses Jahr stellt uns die Universität von Wollongong ihre Aula zur Verfügung, wo die Filme gezeigt werden. Aufgrund des relativ nasses Sommers, haben wir uns für diese sicherere Variante entschieden, als in den Botanischen Garten zu gehen wie ursprünglich geplant.

Frage: Zum Schluss noch: Was erwartet uns im Finale und wer ist in der Jury?
Antwort: Dieses Jahr zählen natürlich wieder bekannte australische Schauspieler wie Nicole Kidman oder Cate Blanchett zum Kreis der Juroren. Für das Fest selber haben wir zusätzlich noch Geoffrey Rush eingeladen, der als Co-Kommentar mitwirken wird.
Die 16 Filme, welche nun im Finale sind, umfassen eigentlich die ganze Bandbreite der Filmgenres. Von einer lustigen Geschichte über einen Limonadenstand, über einen  Psycho-Horror-Film sowie einem Drama um einen Heiratsantrag in der Küche, hin zu einer Dokumentation über den Byron Bay Dancing Man − es ist alles dabei. Was dieses Jahr allerdings fehlt, sind sowohl Animationsfilme als auch komplett in Schwarz-Weiß gedrehte Filme. Aber das soll die Großartigkeit aller Finalbeiträge nicht schmälern.

Tipp: Tropfest hat auch einen YouTube-Kanal auf dem die Filme veröffentlicht werden. Sieger in 2012 wurde übrigens Lemonade Stand (persönlich haben mir Photo Booth, Mistake und How Many More Doctors Does It Take to Change a Lightbulb? nocht etwas besser gefallen)

HOW MANY MORE DOCTORS DOES IT TAKE TO CHANGE A LIGHTBULB?

Narooma

Vertraut man voll und ganz dem Lonely Planet oder der Meinung vieler Australier, so ist jede Küstenstadt traumhaft und muss besucht werden. Während man von den Aussies oft ein einfaches “You will love it” gesagt bekommt, schreibt der Lonely Planet oft ausführlich und bis ins letzte Detail. Aber Vorsicht! Meine dadurch gestiegenen Erwartungen wurden nicht immer erfüllt.

Montague Island

Narooma ist ein anderer Fall, wurde im Lonely Planet als guter Ausgangspunkt für zwei größere Highlights in New South Wales beschrieben. Montague Island, eine Insel mit viel Wildlife, und Central Tilba, eine historisches, kleines Städtchen unterhalb des Gulaga-Berges. Natürlich war es eines meiner Ziele von Narooma aus nach Central Tilba zu kommen, auch um den Gulaga-Berg zu besteigen und die tolle Aussicht genießen zu können. Aber daraus wurde nichts: schlechte Busverbindungen, kein Auto und auch keine Fahrräder zum Ausleihen. Montague Island ist ebenfalls nur mit einer Tour zu erreichen, welche immerhin 130AUD kostet.

Australian Rock

Aber das mindert nicht den Eindruck von Narooma. Das YHA Motel ist eine sehr coole Unterkunft, auch für nicht Budget-Reisende, und die Strände nördlich von Narooma sind traumhaft. Zudem erstrahlt das Wasser der Wagonga Bucht bei schönem Wetter in unglaublich vielen verschiedenen Farben. Nicht selten kommt es vor, dass man dabei einen Seelöwen oder einen Rochen zu Gesicht bekommt. Die eigentliche Sehenswürdigkeit Naroomas ist eine Felsenform an der Küste, bei welcher das Wasser ein Loch in den Stein gespült hat, der die Form Australiens besitzt. Der Name des Steins: Australian Rock.

Tipp: Bleibt man länger als drei Tage im YHA, dann bietet einem der Besitzer teilweise kostenlose Touren in die umliegenden Gebiete an. So auch beispielsweise Central Tilba. Bei mir wurde leider nichts draus. Erstens verbrachte ich nur zwei Nächte in Narooma. Zweitens war der Besitzer genau während dieser zwei Nächte nicht im Hostel, sondern privat unterwegs in Canberra.

Canberra – The Capital City

An welche andere Stadt erinnert euch das? Diplomaten, Berge im Hintergrund, einen See mit einer Fontäne und sehr international. Nein, die Rede ist nicht von Genf, sondern von Australiens Hauptstadt Canberra.

Obwohl die meisten Australier, die nicht in Canberra wohnen, davon abraten nach Canberra zu fahren, sollte man als Tourist Canberra wenigstens einen Besuch für ein bis zwei Tage abstatten. Denn Canberra ist immerhin die Hauptstadt. Allerdings ist dafür wirklich wenig los in Canberra. Dem war glücklicherweise nicht so als ich in Canberra bereiste. Zufällig suchte ich mir genau das Wochenende für einen Besuch Canberras aus, an welchem das alljährliche National Multicultural Festival seinen Höhepunkte hatte. Der City Walk in Canberra war gefüllt mit Menschen aus allen Nationen. Rund um das Canberra Centre reihten sich Stände mit Essen, wurde internationale Musik gespielt und viele Organisationen stellte ihre Arbeit vor. In Sachen Musik und der Party siegte einmal mehr die lateinamerikanische Fraktion – mit Ska und Salsa-Konzerten am Samstag Abend in Canberra.

In “The Capital City” bekommt der Besucher verschiedenste, attraktive Museen geboten, und das alles gratis. Insbesondere die Besichtigung des Australian War Memorial Museums sollte zwingend im Programm vorgesehen werden. Neben vieler australischer Kriegsgeschichten und Materialien finden sich auch deutsche und britische Kampfjets des 1. und 2. Weltkrieges in den Hallen unter dem Memorial. Weitere Museen in der australischen Hauptstadt sind die National Gallery, das National Film & Sound Archiv, die National Portrait Gallery oder das Australian National Museum, wobei letzteres spannende Ausstellungsstücke zeigt. Die große positive Überraschung blieb allerdings aus. Im Regierungsviertel befinden sich neben dem Parliament House mit seiner besonderen Architektur noch unzählige Grünflächen, die zum Verweilen mehr als einladen. Aus noch nicht ganz geklärten Gründen fühlte ich mich in den Parks um den Lake Griffin (der oben genannte See mit seiner Fontäne) besonders wohl und heimisch. Meine Vermutung geht dahin, dass es am ländlichen Klima und der Höhenlage der australischen Hauptstadt (ca. 600m über Meer) lag, was mich sehr stark an Mitteleuropa erinnerte.

Parliament House

Tipp: Viele Museen sind zwar gratis, schließen aber bereits um 17 Uhr die Tore. So auch das Parliament House. Also nicht zu spät aufstehen. Die Fontäne ist im Sommer ebenfalls nur zeitweise an, sodass man nicht immer Glück hat und diese aus nächster Nähe sieht. Mir zumindest blieb es verwehrt.

 

Rückblick Melbourne

Nachdem ich mittlerweile in Wollongong (New South Wales) angekommen bin und Melbourne endgültig den Rücken zugekehrt habe, erlaube ich mir ein kurzes Fazit zu Australiens zweitgrößter Stadt zu ziehen.

Blick auf Skyline Melbournes von St. Kilda

Wie schon angedeutet, Melbourne lebt zwar nicht von vielen Sehenswürdigkeiten, aber Melbourne lebt. Attraktiv. Vielseitig. Abwechslungsreich. Bunt. Faszinierend. Ob edel oder einfach, ob klassisch oder alternativ – Melbourne hat alles und noch viel mehr. Unzählige Parks, kleine Gässchen, viktorianisch geprägte Arkaden und Bauwerke, populäre und schräge Einkaufsstraßen mit vielen netten Cafés und Pubs sowie einen Strand, von welchem man einen traumhaften Blick auf die Skyline der Stadt hat. Zudem befinden sich in näherer Umgebung (ein bis zwei Stunden Auto oder Metrofahrt) viele Möglichkeiten, um dem Großstadtleben zu entfliehen: die Nationalparks in den Dandenong Ranges, die Inseln French und Phillip Island oder die einmalige Great Ocean Road. Mehr Abwechslung kann es kaum geben.

Doch ein richtiges, hektisches Großstadtleben empfindet man in Melbourne gar nicht. Zu keiner Zeit merkt man die vier Millionen Einwohner, die hier leben. Das liegt einerseits daran, dass es kaum größere Wohnhäuser das Bild der Stadt zieren. Und zum anderen ist die Stimmung auf den Straßen viel zu entspannt und freundlich, dass irgendeine Hektik aufkommen könnte. Super angenehm.

Bewertung: 4,5 (von 5)

Mit dem Zug von Melbourne nach Wollongong

"Express Passenger Train"

Wer relativ günstig zwischen den beiden australischen Großstädten Melbourne und Sydney verkehren und dabei noch ein Gefühl von einer Reise durchs Outback erfahren will, der sollte auf den CountryLink express passenger train (XPT) zurückgreifen. Die Fahrt dauert immerhin 12 Stunden, führt nicht an der Küste entlang, sondern durch das Landesinnere und passiert dabei Städte wie Albury, Wagga Wagga oder Moss Vale. Moss Vale war für mich auch die Station, ab welcher ich mit dem Bus weiter nach Wollongong wollte. Doch bis ich da ankam, dauerte es doch etwas länger als geplant.

Aber von Anfang an: Die Waggons als auch die Zugmaschinen des XPT sind definitiv nicht die modernsten. Keine Hochgeschwindigkeit, kein Strom und erst recht kein WLAN. Dafür sind die Sitze sehr bequem, weil großräumig ausgelegt, und immer in Fahrtrichtung ausgerichtet, da im Kompletten drehbar.

Die Fahrt selber gibt wie gesagt eine kleine Vorstellung des australischen Hinterlands. Zwischen den einzelnen Stationen sieht man immer wieder karge und trockene Landschaften, in denen auch das ein oder andere ausgebrannte Auto liegen geblieben ist. An Handynetz braucht man ebenfalls nicht zu denken. Es fehlen eigentlich nur noch die Aasgeier,  welche sitzend auf den Skeletten verkommener Tiere auf neue Nahrung warten.

Es ist dann folglich für mich eine ganz besondere Situation, wenn der XPT von Melbourne nach Sydney irgendwo zwischen zwei Stationen stehen bleibt und der Lokführer verkündet, dass der wichtige Hinterantrieb ausgefallen ist. Dieser wird aber benötigt, um über die Hügel des Hinterlands von Sydney zu kommen. Glücklicherweise konnte das Problem nach einiger Zeit gelöst werden. Die ca. 3h Verspätung waren insofern weniger schlimm, dass CountryLink alle Anschlüsse gewährleistete. Ein Abenteuer war es aber allemal, wenn auch ein anstrengendes.

Tipp: Bei längeren Bahnreisen genügend Essen und Trinken mitnehmen sowie ein Notfallzelt, eine Taschenlampe und ein Satellitentelefon.