Richtung Osten

Kurzmitteilung

Die Australian Open sind vorbei, der Tenniszirkus zieht weiter. Und ich auch. Nachdem ich letzte Woche bereits die Südwestküste von Melbourne mit einer Tour an die Great Ocean Road bereist habe, zieht es mich nun diese Woche gen Osten. Die Südostküste ist nicht ganz so überlaufen, birgt aber eins, zwei großartige Attraktionen.

Und so werde ich jeweils drei Tage in Foster (unweit des Wilsons Promontory National Parks) und in Lakes Entrance (gelegen am 90-mile Beach) verbringen. Was es dort so gibt, erfahrt ihr in den nächsten Tagen.

Koalas

Diesen Artikel widme ich nun der besonderen Tierspezies, die ich als erstes in der freien Wildnis gesichtet habe. Die Rede ist von Koala-Bären.

Koala auf French Island

Koala-Bären sind nur schwierig auszumachen, denn sie bewegen sich kaum. Sie schlafen regelrecht den ganzen Tag, genau gesagt 20h. Ziemlich faul. Und wenn sie aufwachen holen sie sich eins, zwei Eukalyptus-Blätter, wechseln ab und zu den Baum, kratzen sich hier und da, und schlafen wieder ein. Ein Gerücht besagt, dass der Grund ihres vielen Schlafens die Eukalyptus-Blätter sind, die sie essen. Die würden sie sozusagen dicht, zu, stoned, high und somit träge und schläfrig machen, sodass sie dann den ganzen Tag verschlafen. Allerdings ist dieses Gerücht in keinster Weise wahr.

Wahr ist dagegen, dass Koala-Bären kein Wasser trinken müssen. Dieses nehmen sie vollständig über die Eukalyptus-Blätter auf. Übrigens fressen die Koalas nur Blätter von 12 Arten der über 800 existierenden verschiedene Eukalyptus-Bäume. Will man also einen Koala sichten, so sollte man sich am besten auf diese Bäume beschränken.

Koala am Kennett River

Tipp: Koalas sind nicht ausschließlich süß und niedlich, sie haben auch Krallen und können ganz böse werden, wenn sie gestört werden. Also nicht berühren.

Veröffentlicht unter Natur

Unterwegs in den Dandenong Ranges

Frage: Wie kommt man von Melbourne aus am schnellsten in den Busch? Antwort: Nimm die Metro in Richtung Belgrave, steig in Upper Ferntree Gully aus, statte dem Visitors Centre einen kurzen Besuch ab, um eine auf A3-Blatt ausgedruckte Karte für 50c zu kaufen und los geht’s.

Von der Metrostation Upper Ferntree Gully erreicht man ziemlich schnell den eindrucksvollen 1000 Steps Kokoda Walk, der hinauf zum One Tree Hill führt. Aber ich war nicht allein. Es waren zig Jogger oder Walker unterwegs, die die 1000 Stufen (meiner Zählung nach sind es nur ca. 800) zum Training nutzten, sodass man kaum Platz hatte, die schmale Treppe hinauf zu steigen, ohne aller 5 Stufen anzuhalten. Aber dennoch ein cooler Weg durch den Busch.

1000 Steps Kokoda Walk

Nach dem ich den One Tree Hill allerdings passiert hatte, fand ich mich plötzlich ganz allein wieder, was in australischen Wälder mit vielen wild lebenden Tieren ganz aufregend und zugleich etwas komisch sein kann. Nach 15km Fußmarsch durch die bis zu 80m hohen Wälder, inklusive eines toten Koala-Bären (?) und der Durchquerung eines privaten Weidelands mit Pferden, kam ich aber gut gelaunt in Belgrave an. Bushwalken in den Dandenong Ranges ist ein Erlebnis.

Tipp: Anti-Insekten/Mücken-Spray sollte zur Vorsicht aufgetragen werden. Ebenso ist eine lange Hose empfehlenswert, die 30°C spürt man im Schatten sowieso nicht mehr.

Australia Day

Heute ist/war Australia Day. Gestern habe ich zwei ziemlich negative Meinungen zum australischen Nationalfeiertag gehört. Zu viele betrunkene, halbstarke, aggressive, gewaltbereite Männer unterwegs, man solle doch am besten zu Hause bleiben.

Also ging ich am Abend, wenn es wahrscheinlich am schlimmsten ist, zum Federation Square, nahe der Flinders Street Station. Public Viewing, Tennis, Halbfinale, Federer – Nadal. Ein Muss, wenn man keine Tickets für die Rod Laver Arena hat. Das Match war, wie immer wenn die beiden aufspielen, großartig. Tennis vom Feinsten. Nadal siegte in 4. Schade für Roger. Stimmung war gut.

Ach ja, es war übrigens nichts von gewaltbereiten Australiern zu spüren. Vielleicht waren einige leicht angetrunken, aber es herrschte nach wie vor eine entspannte Stimmung. Alles halb so wild. Man muss also am 26.1. in Australien nicht zu Hause bleiben.

Federation Square

Tipp: Zum Anlass des Australia Days finden einige coole Events in den Straßen der Stadt statt.

Great Ocean Road

Die südöstlich von Melbourne verlaufende Küstenstraße gehört zu den bekanntesten und populärsten Australiens. Zurecht. Sie führt entlang von traumhaften und weltbekannten Stränden, passiert Nationalparks mit Regenwald und windet sich um weltberühmten Fels- und Küstenformationen. Die Reise buchte ich über ein tolles Angebot des Australischen Jugendherbergsverband YHA, welches guided tours zu allen wichtigen Highlights an der Great Ocean Road sowie zwei Tage Übernachtung in einem Hostel beinhaltete.

Okay, in Realität waren es dann einfach zwei Tagestouren „Great Ocean Road“, bei welchem ich einfach nach der Hälfte aus dem Bus geworfen wurde und zwei Tage später wieder aufspringen durfte. Aber auch der Sache Wert. Zwar glich die Fahrt im Bus einem Sprint-Marathon (20min Fahrt, Aussteigen, 10min Pause, 3 Fotos, Einsteigen, und von vorn). Doch saß ich einerseits bei beiden Touren direkt neben dem Busfahrer und Guide, somit eine Art VIP-Loge mit Ausblick auf die wunderschöne Küste. Andererseits sind einige Sehenswürdigkeiten entlang der Küste „nur“ ein paar Fotos Wert. Leuchttürme, Ausblicke, und auch Strände (davon gibt es sowieso genug).

Den Zwischenstopp legte ich dann in Apollo Bay ein, was ungefähr auf der Hälfte der Strecke liegt. Das kleine Städtchen liegt am Meer, mit einem netten Strand. Viel los war nicht, und als ich ankam, musste ich feststellen, dass mit guided tours wirklich nur die beiden Tagestouren gemeint waren. Somit gab es keine Art Shuttle-Busse, die mich zu den ganzen Highlights brachten. Linienbusse? Ebenfalls Fehlanzeige. Die fahren nur alle zwei Tage und sehr sporadisch, sodass man nicht mehr zurück kommt, sobald man sich für einen Ausflug entscheidet. Wie auch immer, von Zeit zu Zeit ist es ganz angenehm, ein ruhigen Tag in einem Öko-Designer-Hostel mit netten Leuten zu verbringen. Und so verbrachte ich einen kompletten Tag in Apollo Bay.

Ach ja, dies sind einige der wichtigsten Highlights der Great Ocean Road: Bells Beach in Torquay (Surfing Capital und Gründungsorte von Quiksilver und Rip Curl), Split Point Lighthouse in Aireys Inlet, die kleine Küstenstadt Lorne und Apollo Bay. Auf der zweiten Tour erwarteten mich noch der ein kurzer Bushwalk im Cape Otway National Park (längerer Aufenthalt laut Reiseführer und Augenzeugen empfehlenswert) und der Port Cambell National Park, mit den bekannten 12 Aposteln, Gibson Steps und Lock Ard Gorge. Insbesondere der zweite Teil kam viel zu kurz. Wie schön muss es erst sein, hier einen Sonnenauf- oder untergang ohne hunderte Touristen zu erleben?

Einige der "12 Apostles"

Tipp: Selbst drei Tage Great Ocean Road sind zu wenig. Da die Busse nur schlecht die einzelnen Orte verbinden, lohnt sich ein Auto in jedem Fall. Wenn die Straße nicht zu sehr befahren ist, sollte man aufs Rad umsteigen (Fitness vorausgesetzt) und die Road in einzelne Abschnitte unterteilen. Und auch zu Fuß können Teile der Road auch zurückgelegt werden, Infos dazu hier. Wenn ich nochmal zurück kommen sollte, werde ich mich für eine der drei Optionen entscheiden.