… und bei Sonne

Wer sich genau die letzten Bilder von Wollongong angeschaut hat, dem wird aufgefallen sein, dass sich im Süden der Stadt ein eher hässliches (Schwer-)Industriegebiet befindet: Port Kembla. Dieses ist sogar so hässlich, dass es vom City Beach aus fotografiert fast schon wieder eine künstlerische Note bekommt.

Dennoch bleibt die Hauptattraktion der Stadt das Belmore Basin mit seinem kleinen Fischerhafen und den zwei Leuchttürmen. Die Strände laden immer zum Verweilen ein, wobei am North Beach einem auch der Blick auf Port Kembla verwehrt wird. Und bei Sonnenschein ist Küste von „The Gong“ einfach traumhaft. Oder was meint ihr?

 

The Gong bei Regen…

Ok, vielleicht wird der eine oder andere schon gefragt haben: „Was ist eigentlich dieses Wollongong?“ Was die meisten, die den Blog schon länger verfolgen, wissen sollten, ist, dass Wollongong eine Stadt unweit gelegen von Sydney im Australischen Bundesstaat New South Wales (die drittgrößte) ist. Bei der Einwohnerzahl wird sich meistens etwas gestritten. Die Angaben reichen von ca. 100’000 bis zu ca. 250’000. Die extreme Diskrepanz kommt wahrscheinlich dadurch zustande, dass sich entweder auf den Stadtkern oder auf das Agglomerationsgebiet bezogen wird.

Der Name Wollongong, welcher mit „Meeresrauschen“ oder „reiche Fischermahlzeit“ übersetzt werden kann, stammt übrigens nicht überraschenderweise von den Aboriginies. Heutzutage wird Wollongong im Sprachgebrauch oftmals nur als „Gong“ oder „The Gong“ bezeichnet.

Weiterhin sollte bekannt sein, dass es in Wollongong eine sehr grüne Uni gibt, die eher einer Parkanlage gleicht. Warum es in Wollongong so grün ist, ist mit einer einfachen Formel zu erklären:

Meeresklima + Bergkette im Rücken = viel Regen

Den Beweis dazu gibt es in der Galerie.

Eine Uni zum Wohlfühlen

Die Universität von Wollongong ist mittlerweile meine vierte Universität, an der ich eingeschrieben bin, und nach drei Wochen kann ich feststellen: Es ist die schönste!

Die Universität liegt wunderbar gelegen unterhalb des Mount Keiras und unweit des Botanic Gardens. Doch auch der Campus selbst braucht sich nicht zu verstecken. Eingebettet in eine unheimlich grüne Landschaft von Bäumen, Bächen, Liegewiesen und kleinen Teichen verstecken sich die ungefähr 50 Gebäude, die zum Hauptcampus gehören. Doch bei schönem Wetter bevorzugt man jedoch lieber die super bequemen Liege- und Sitzmöglichkeiten außerhalb des Hörsaals. Und sollte es doch regnen (was des Öfteren vorkommt), gibt es immer noch überdachte Entspannungsecken mit Sitzkissen, Liegen oder einfach bequemen Stühlen. Eigentlich optimale Voraussetzungen um kreativ, motiviert und positiv gestimmt zu sein. Wenn man nur nicht wieder in den (über-) klimatisierten Hörsaal zur Vorlesung müsste…

 

 

Blue Mountains

New South Wales besteht nicht nur aus Strand, Surfen und Sydney. Nur 60km westlich der 5-Millionen-Einwohner Stadt befinden sich die Blue Mountains, welche bereits vor über 14.000 Jahren von Aboriginies bewohnt wurden. Den Namen hat das Gebirge den ätherischen Ölen der Eukalyptusbäume zu verdanken, durch welche bei bestimmten Tageslicht ein blauer Schimmer über dem Horizont entsteht (Lonely Planet und Wikipedia).

Der bekannteste Aussichtspunkt befindet sich im Hauptort Katoomba, von welchem man einen fantastischen Ausblick auf die Hochebene hat – und auf die „Three Sisters“, den wohl populärsten Sandsteinfelsen des ganzen Gebirges. Während allerdings die meisten Touristen nun das blaue Gebirge auf ihrer Checkliste abhaken, ging ich mit einer internationalen Gruppe (Studenten und Forscher der Universität Wollongong) über den Prince Henry Cliff Walk auf eine kleine Wanderung. Der Weg verläuft, wie der Name es vermuten lässt, direkt am Felsabbruch entlang und passiert dabei viele Lookouts, von welchem aus immer wieder die scheinbar unendliche Weite der Blue Mountains bewundern kann. Ein weiteres Highlight des Weges nach Leura (unser Ziel) sind die Leura Falls bzw. die Leura Cascades – Wasserfälle! Diese überzeugen weniger durch ihre Wassermenge, dafür aber ist die Fallhöhe als auch die Flora in der Nähe des Wassers umso beeindruckender. Während die Pflanzen an anderen Passagen ausgetrocknet wirken, wachsen in der Nähe der Wasserfälle viele verschiedene Farnarten, Bergeschen und andere Pflanzen, die man sonst eher in Regenwaldregionen vermutet.

"Three Sisters" - erinnert an das Elbsandsteingebirge

Kurz vor Leura war dann der Lyrebird Dell Loop Walk das abschließende Highlight unserer Tour – und diese Extrarunde ist auch unbedingt weiter zu empfehlen. Obwohl wir mehr oder weniger nur aus Neugierde den Rundweg in unsere Route nahmen, zeigte sich der Weg durch den Busch als ein echter Geheimtipp. Am Pool of Siloam, einem kleinen Teich am Fuße eines Wasserfalls des Gordon Creeks, hätte man sogar schwimmen können, allerdings hatte keiner von uns an eine Badehose gedacht. Vielleicht ein andermal!

Blick auf die Blue Mountains

Tipp: Der Princess Henry Cliff Walk von Katoomba nach Leura ist ein Muss, und nicht nur wegen der „Three Sisters“. Hängt man noch den Lyrebird Dell Walk an, bekommt man eine perfekte Tagestour, die im späteren Verlauf auch komplett frei von Touristen ist. Die Blue Mountains bieten sicher noch mehr – sicher auch tolle Mehrtageswanderungen durch die weiten Täler.