Kängurus

Anmerkung: Dieser Blogpost ist ein Lückenfüller. Derzeit befinde ich mich in einer heißen Uni-Phase, und damit ist nicht das Wetter gemeint. Daher gibt es kurz Zeit mich einer weiteren Tierart zu widmen – den Kängurus.

Für Australien sind diese Tiere gar nicht so unwichtig. Erstens locken sie unheimlich viele Touristen an, zweitens übersteigt ihre Anzahl die der in Australien lebenden Menschen, drittens sind sie Bestandteil des Landeswappens. Die Tiere sind für europäische Verhältnisse ungeheim offen. Vielleicht liegt es an der australischen Kultur, dass man auf Menschen zu geht. So zumindest ließe es sich erklären, dass man auf Tasmanien sogar Kängurus knuddeln konnte – wohlgemerkt in freier Wildbahn, beziehungsweise im Nationalpark. Dort trifft man sowieso die meisten derer Artgenossen an, wobei man sich nicht allzu sicher sein sollte. In Canberra kommt es des häufigeren zu Kontakt im Stadtgebiet, welcher nicht immer positiv für den Menschen verläuft. Nicht umsonst werden Kängurus oft mit Boxhandschuhen dargestellt.

Für gewöhnlich trifft man Kängurus auch in den Abendstunden an den Straßenrändern an. Während die meisten dem netten Lichtertreiben vergnügt zuschauen, verirrt sich dennoch der ein oder andere Zwei-, äh Vier- oder doch Zweibeiner auf die Straße. Die enorme Zahl an Roadkills gefährdet aber die Tierart (noch) in keiner Weise. Zu viele davon springen noch auf der großen Insel herum.

Tipp: Känguru-Fleisch ist köstlich, schmeckt nach süßlichem Rindfleisch. Wem der Gedanke die süßen Tierchen zu essen nicht zu unangenehm ist, sollte unbedingt probieren.

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Tasman Peninsula

Auch wenn Tasmanien ein wunderschönes Fleckchen Erde ist, so ist seine Geschichte umso trauriger. Ein wichtiger Teil dieser ereignete sich in Port Arthur, einer ehemaligen Gefängnisstadt auf der Tasman Peninsula, von der glücklicherweise nur noch die Ruinen stehen. Die Geschichten der vielen Gefangenen schweben aber noch immer über die Überreste der Stadt.

Die Gefängnisstadt Port Arthur

Port Arthur, eigentlich in einer traumhaften Bucht gelegen, beherbergte zu seiner aktiven Zeit zwischen 1833 und 1877 die größte Sträflingskolonie Australiens. Nach seiner aktiven Zeit wurde die Gefängnisstadt von zwei großen Buschfeuern heimgesucht, wobei nur noch einige Ruinen übrig geblieben sind. Die Glocken, die mittlerweile an der Kathedrale erklingen, sorgen für eine schaurige Stimmung. Sonst überwiegt trotz der vielen Menschen, die die Touristenattraktion besuchen, eine unheimliche Stille zwischen den vereinzelten Gebäuden. Beklemmend. Unheimlich. Und trotzdem eine traumhafte Gegend.

Wie übrigens auch der Rest der “Tasmanischen Halbinsel” – was den meisten Touristen allerdings entgangen sein dürfte. So zumindest könnte man erklären, warum in den Tasman Peninsula National Parks kaum Touristen anzutreffen waren. Die Fortescue Bay, die nur über eine Naturstraße zu erreichen ist, stellt dabei ein absolutes Highlight dar. Hat man etwas mehr Zeit, nimmt man die Wanderroute zum spektakulären (laut Lonely Planet) Cape Huay. Hat man weniger Zeit (so wie wir) geht man etwas spazieren und genießt ansonsten die Ruhe am Strand. Im Wasser schwimmen ist übrigens wie an allen Tasmanischen Stränden nur den Starken vorbehalten, das Wasser ist definitiv kalt.

Tipp: Zur Übernachtung kann man bei Eaglehawk Neck zur Tauchschule abbiegen. Dort befindet sich ein kleines, verstecktes Hostel, bei dem man abends auf der Terrasse mit den Wallabies sinnieren und morgens bei Sonnenaufgang seinen Kaffee geschlürfen kann.

Ostküste

Statt den direkten Weg nach Coles Bay einzuschlagen, verließen wir Launceston in nordöstlicher Richtung. Ziel: die Bay of Fires. Die “windy Road” durch die Nationalparks eröffnete einige traumhafte Ausblicke. Doch hatten wir keine Zeit zu verlieren, wenn wir noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang an der Feuerbucht ankommen wollten.

Der Name “Bay of Fires” kommt übrigens nicht von den rotgefärbten Steinen, die aufgrund von Sedimentausspühlungen in leuchtendem Rot erstrahlen. Vielmehr geht es bei der Bezeichnung um die Feuer der vielen Aboriginies, die Tasmanien bewohnten und von denen es heute keine mehr auf der Insel gibt. Der Strand in der Bucht beeindruckte und machte Hyams Beach in der Jervis Bay durchaus Konkurrenz. Doch erwartete uns am nächsten Tag der eigentliche Höhepunkt der Ostküste – der Freycinet National Park.

Wineglass Bay

Dieser befindet sich auf einer kleinen Halbinsel circa 100km südlich der Bay of Fires und wird nicht nur von traumhaften Stränden sowie einer belebten Tierwelt gekennzeichnet, sondern auch von einer rund 500m hohen Bergkette – den Hazards. Dieses Highlight schien aber nicht nur uns bekannt. Wir staunten nicht schlecht als wir auf dem Wanderweg an den Bergen entlang zur traumhaften Wineglass Bay wanderten. Während wir am Lake St. Clair fast allein unterwegs waren, strömten Naturfreunde, Familien mit Kindern und Touristen zum Aussichtspunkt hinauf, der auch unser erstes Tagesziel war. Doch als wir den längeren Abzweig weg von der Wineglass Bay für die Rückweg wählten, war der Trubel schon wieder vorbei. Verwunderlich – ist doch der Hazards Beach nicht minder spektakulär. Zudem bietet sich auf der Westseite der Halbinsel ein durchaus attraktiver Ausblick auf Tasmaniens “Festland”.

Freycinet Halbinsel mit den Hazards

Tipp: Auf den kleinen Abstecher zum Cape Tourville sollte niemand verzichten. Der 20-minütige Rundweg am Kap ist nicht mehr als ein Spaziergang, trumpft dafür aber mit einer überragenden Aussicht auf die Hazards und den riesigen blauen Ozean auf.

Auf dem Weg nach Lonnie – Lake St. Clair

Mittlerweile wurde unsere kleine Reisegruppe um eine deutsche Freundin erweitert, die wir im Hostel in Hobart einsammelten und die uns auf unserer Weiterreise nach Launceston (“Lonnie”) begleitete. Die Fahrt dahin dauert normalerweise drei Stunden. Langweilig, dachten wir uns, und schoben einen Abstecher zum Lake St. Clair ein. Nein, kein See zum Baden – ein See in den Bergen, der gleichzeitig den Schlusspunkt des berühmten Overland Tracks bildet. So trafen wir vor Ort, abgesehen von einem niedlichen Wombat, der total gemütlich und unscheu über den Parkplatz spazierte, ausschließlich auf mit Rucksack bepackte Wanderer.

Die ursprüngliche Idee im National Park vorbei am Mt. Rufus zum Shadow Lake zu wandern, wurde vom Wetter zunichte gemacht. Der auf 900m (Höhe des Lake St. Clair) ab und zu einsetzende Nieselregen schlug sich in höheren Lagen in Form von nassem Schnee nieder, sodass eine längere Wanderung sicherlich keine Vorteile gebracht hätte. Auch weil die atemberaubende Aussicht vermutlich deutlich eingeschränkt gewesen wäre. Der eineinhalbstündige Rundweg am See entlang erwies sich aber als sehr angenehme Alternative. Das “schlechte” Wetter sorgte für überschaubaren menschlichen Besuch und für eine beruhigende, entspannte, stille Atmosphäre. Und als Belohnung zeigten sich vereinzelt die Sonne und die teils schneebedeckten Berge. Super schön.

Lake St. Clair mit wolkenverhangenen Bergen im Hintergrund

Die anschließende Weiterfahrt nach “Lonnie” war geprägt von unbefestigten Straßen durch Buschland, riesigen Stauseen und traumhaften Aussichten. Launceston, die zweitgrößte Stadt Tasmaniens, ist ebenfalls eine relaxte Stadt mit einigen niedlichen Fußgängerpassagen. Die an der Mündung des Tamar River liegende Cataract Gorge stellt dabei eines der Highlights der Stadt dar. Für die Hänge des Tamar Valleys blieb uns leider keine Zeit, hatten wir uns doch vor allem auf die Ostküste fokussiert.

Tipp: Der Overland Track ist die Outdoor-Attraktion Tasmaniens. In fünf Tagen durchwandert man die Nationalparks Cradle Mountain und Lake St. Clair und bekommt dabei eine Landschaftsmixtur von Irland und der Schweiz geboten.

Jervis Bay

“Colourful trips” – Das war die Bezeichnung für den vom Study Abroad Service (Austauschdienst an der UOW) organisierten Ausflug zur Jervis Bay. Da ich mich damals gegen dieses Angebot und für die Blue Mountains entschieden habe, musste Jervis Bay unbedingt nachgeholt werden.

Letztes Wochenende ergab sich dann die Gelegenheit, als ich mit meinen italienischen, französischen und deutschen Freunden entschied, ein Auto zu mieten und für einen ruhigen Sonntag “down south” zu fahren. Ausgehend vom schicken und gemütlichen Hauptort Huskisson erkundeten wir die Bay, die angeblich so farbenprächtig sein soll die definitiv so farbenprächtig ist.

  • Weiß: Hyams Beach ist im Guinness Buch der Rekorde als der Strand mit dem weißesten Sand weltweit eingetragen. Ein Muss.
  • Blau: Das Wasser.
  • Hellblau: Dass Wasser auch in Australien eine blaue Farbe annimmt, ist kein Geheimnis. Aber ich dachte nicht, dass es in Ufernähe zu einem unglaublich leuchtenden Hellblau werden kann, das man sonst viel mehr von Bildern aus der Karibik kennt – dem weißen Sand sei Dank.
  • Grün: Über den südlichen Teil der Bucht erstreckt sich der Booderee National Park (nicht der einzige in der Region), der teilweise vereinzelt Regenwald aufweist und im Herzen einen riesigen Botanischen Garden beherbergt – den wir aus bestimmten Gründen (siehe unten) auslassen mussten.
  • Braun: Ein Nationalpark in Australien impliziert normalerweise gleichzeitig Wildlife-Spotting – genauer gesagt Kängurus. Während meine Begleiter ihre ersten Kängurus sahen, war es für mich eher schon die Gewohnheit. Doch als in Stoney Creek dieses Riesen-Känguru mit seinem braunen, flauschigen Fell aus dem Busch kam und die Holzstufen des Wanderwegs hinaufgesprungen ist, war ich doch etwas beeindruckt.
  • Rot: Die Farbe des Horizonts bei Sonnenuntergang. Aufgrund der Zeitumstellung am selbigen Tag war es der erste Tag, an dem die Sonne bereits vor 18Uhr unterging (!).
  • Grau: Fast hätte ich es vergessen. Gegen Nachmittag zogen bereits kräftige Gewitterwolken auf, die auch den ein oder anderen Schauer zur Folge hatten. Es erwies sich dann durchaus praktisch, dass wir mit dem Auto unterwegs waren und dennoch die meisten schönen Orte anfahren konnten.

 

Hyams Beach

Fazit: Wir werden sicherlich noch mal wiederkommen. Erstens ist es wunderschön – vielleicht wird das Wetter besser. Zweitens besteht die Option, im Juni auf Bootstour mit Walbesichtigung zu gehen. Delfine sind dabei in jedem Fall mit inbegriffen.

Tipp: Murrays Beach – der Sand fast so weiß wie am Hyams Beach, aber durch den Blick auf die unweite Cowen Island, die fast bis ans Wasser reichenden Wälder des Nationalparks und den unglaublichen Blick in die Bucht wirkt dieser Strand wie das Paradies. Oder wie auf Monkey Island.