Abenteuer in Cairns

Cairns ist eine der nördlichsten Städte an der Ostküste Australiens und hat dem Besucher unheimlich viel zu bieten: Regenwald, Berge, tropisches Klima, Krokodile, Fun und natürlich das Great Barrier Reef. Nicht umsonst wird Cairns als Adventurehauptstadt bezeichnet, auch bedingt durch die Möglichkeit Extremsportarten wie Skydiving und Bungee Jumping auszuprobieren. Ich plante allerdings nur zwei Tage für Cairns ein, was sich als definitiv zu wenig herausstellte.

Kleiner "Pool" im Regenwald

Wie auch immer – als ich an einem Donnerstag Abend in Cairns ankam, war ich begeistert. Angenehme Temperaturen auch nach Sonnenuntergang und etwas Leben im Stadtzentrum sorgten für einen positiven ersten Eindruck, der sich am nächsten Tag mehr als bestätigen sollte. Mein erstes Ziel: Eine Mountainbike-Tour mit Dan durch den Regenwald entlang des Mulgrave Rivers. Auch wenn ich dir Tour eher als einen kurzen Ausflug bezeichnen würde, war es der Sache Wert. Es ging über Stock und Stein, durch Flüsse und Matsch entlang des Flusslaufs bis zu einer kleinen Bademöglichkeit, die wir nutzten um uns etwas zu erfrischen.

"Strand" in Cairns

Wieder in zurück Cairns erkundete ich die Stadt, den Hafen und den Strand. Beim letzteren musste ich erschreckend feststellen, dass es gar kein Wasser zum Baden gab. Aufgrund des vorgelagerten Reefs und der Gezeiten erstreckt sich an Cairns Stadtstränden nur das Watt. Zum Entspannen und Faulenzen lädt die Uferpromenade mit den vielen Liegewiesen aber dennoch ein. Und auch wenn die Stadt selbst ansonsten eher überschaubare Attraktionen bietet, dank des tollen Klimas und der traumhaften Lage, eingebettet in der sich um die Stadt erhebenden Berge, lässt es sich in Cairns gut leben.

Tipp: Eine der besten Übernachtungsmöglichkeiten ist das Travellers Oasis. Die freundlichen Mitarbeiter geben sehr gute Hinweise, was man in Cairns und Umgebung alles erkunden kann. Mit Helens (von der Rezeption) Tipps im Hinterkopf mietet man sich dann am besten ein Auto und fährt für ein paar Tage in Richtung Norden zur Erkundung des Daintree Forest, Port Douglas und Cape Tribulation. Auch dem Atherton Tableland mit den Millaa Millaa Wasserfällen sollte man unbedingt einen Besuch abstatten.

Royal National Park

Die Zeit läuft langsam davon. Bereits seit einigen Wochen wurde schon überlegt, was in der näheren Umgebung noch unbedingt alles gesehen werden muss. Die Liste wurde lang und länger: Nan Tien Temple, Sydney Manly, Sydney Newtown, Kangaroo Valley, Fitzroy Falls, Macquarie Pass National Park, Symbio Zoo, Royal National Park – um nur einige Ideen zu nennen.

Die Wahl für letzten Sonntag – gleichzeitig auch mein letzter in Wollongong – fiel schließlich auf den Royal National Park, der eine natürlichen Grenze zwischen Sydney und Wollongong bildet. Dieser 1879 gegründete Nationalpark ist immerhin der zweitälteste der Welt, hinter dem amerikanischen Yellowstone National Park. Ein Highlight dabei ist der 26km lange Coastal Walk von Bundeena nach Otford. Da wir allerdings doch weniger Zeit mitbrachten, wurde die Küstenlinie nur ein paar Kilometer abgelaufen. Die ursprüngliche Idee war, einen kleinen Rundweg zu nehmen, der uns durch die Wälder zurück an das Küstenufer bringen sollte. Doch aufgrund schlechter Beschilderung gingen wir geradlinig die Küste in Richtung Süden. Und es war gut so.

Wilde See formt wilde Steilküste

Der Ausblick auf das Meer ist traumhaft, wird allerdings von der Eindrücklichkeit der über 20m hohen Klippen getoppt. Dabei schlugen die Wellen mit einer solchen Wucht auf die Felsen auf, dass das Wasser teilweise bis zu den Spitzen der Klippen spritzte. Dementsprechend außergewöhnlich sahen auch die Felsformationen aus, die durch das Wasser geschaffen wurden. Atemberaubende Überhänge und abgebrochene, wuchtige Gesteinswürfel waren das Ergebnis der jahrelangen Einwirkung des Wassers auf das Gestein. Gewaltig!

Tipp: Am besten kommt man nach Bundeena, wenn man den Zug bis Cronulla nimmt, und von dort aus mit der Fähre durch die traumhafte Botany Bay schippert. Besser kann eine Wanderung nicht beginnen und auch nicht enden.

Hinweis: Weitere Bilder kann ich leider erst in ca. einer Woche hochladen. Ich befinde mich aktuell auf Reise durch Queensland und habe die Festplatte mit den Fotos leider nicht dabei.

Kängurus

Anmerkung: Dieser Blogpost ist ein Lückenfüller. Derzeit befinde ich mich in einer heißen Uni-Phase, und damit ist nicht das Wetter gemeint. Daher gibt es kurz Zeit mich einer weiteren Tierart zu widmen – den Kängurus.

Für Australien sind diese Tiere gar nicht so unwichtig. Erstens locken sie unheimlich viele Touristen an, zweitens übersteigt ihre Anzahl die der in Australien lebenden Menschen, drittens sind sie Bestandteil des Landeswappens. Die Tiere sind für europäische Verhältnisse ungeheim offen. Vielleicht liegt es an der australischen Kultur, dass man auf Menschen zu geht. So zumindest ließe es sich erklären, dass man auf Tasmanien sogar Kängurus knuddeln konnte – wohlgemerkt in freier Wildbahn, beziehungsweise im Nationalpark. Dort trifft man sowieso die meisten derer Artgenossen an, wobei man sich nicht allzu sicher sein sollte. In Canberra kommt es des häufigeren zu Kontakt im Stadtgebiet, welcher nicht immer positiv für den Menschen verläuft. Nicht umsonst werden Kängurus oft mit Boxhandschuhen dargestellt.

Für gewöhnlich trifft man Kängurus auch in den Abendstunden an den Straßenrändern an. Während die meisten dem netten Lichtertreiben vergnügt zuschauen, verirrt sich dennoch der ein oder andere Zwei-, äh Vier- oder doch Zweibeiner auf die Straße. Die enorme Zahl an Roadkills gefährdet aber die Tierart (noch) in keiner Weise. Zu viele davon springen noch auf der großen Insel herum.

Tipp: Känguru-Fleisch ist köstlich, schmeckt nach süßlichem Rindfleisch. Wem der Gedanke die süßen Tierchen zu essen nicht zu unangenehm ist, sollte unbedingt probieren.

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Tasman Peninsula

Auch wenn Tasmanien ein wunderschönes Fleckchen Erde ist, so ist seine Geschichte umso trauriger. Ein wichtiger Teil dieser ereignete sich in Port Arthur, einer ehemaligen Gefängnisstadt auf der Tasman Peninsula, von der glücklicherweise nur noch die Ruinen stehen. Die Geschichten der vielen Gefangenen schweben aber noch immer über die Überreste der Stadt.

Die Gefängnisstadt Port Arthur

Port Arthur, eigentlich in einer traumhaften Bucht gelegen, beherbergte zu seiner aktiven Zeit zwischen 1833 und 1877 die größte Sträflingskolonie Australiens. Nach seiner aktiven Zeit wurde die Gefängnisstadt von zwei großen Buschfeuern heimgesucht, wobei nur noch einige Ruinen übrig geblieben sind. Die Glocken, die mittlerweile an der Kathedrale erklingen, sorgen für eine schaurige Stimmung. Sonst überwiegt trotz der vielen Menschen, die die Touristenattraktion besuchen, eine unheimliche Stille zwischen den vereinzelten Gebäuden. Beklemmend. Unheimlich. Und trotzdem eine traumhafte Gegend.

Wie übrigens auch der Rest der „Tasmanischen Halbinsel“ – was den meisten Touristen allerdings entgangen sein dürfte. So zumindest könnte man erklären, warum in den Tasman Peninsula National Parks kaum Touristen anzutreffen waren. Die Fortescue Bay, die nur über eine Naturstraße zu erreichen ist, stellt dabei ein absolutes Highlight dar. Hat man etwas mehr Zeit, nimmt man die Wanderroute zum spektakulären (laut Lonely Planet) Cape Huay. Hat man weniger Zeit (so wie wir) geht man etwas spazieren und genießt ansonsten die Ruhe am Strand. Im Wasser schwimmen ist übrigens wie an allen Tasmanischen Stränden nur den Starken vorbehalten, das Wasser ist definitiv kalt.

Tipp: Zur Übernachtung kann man bei Eaglehawk Neck zur Tauchschule abbiegen. Dort befindet sich ein kleines, verstecktes Hostel, bei dem man abends auf der Terrasse mit den Wallabies sinnieren und morgens bei Sonnenaufgang seinen Kaffee geschlürfen kann.

Ostküste

Statt den direkten Weg nach Coles Bay einzuschlagen, verließen wir Launceston in nordöstlicher Richtung. Ziel: die Bay of Fires. Die „windy Road“ durch die Nationalparks eröffnete einige traumhafte Ausblicke. Doch hatten wir keine Zeit zu verlieren, wenn wir noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang an der Feuerbucht ankommen wollten.

Der Name „Bay of Fires“ kommt übrigens nicht von den rotgefärbten Steinen, die aufgrund von Sedimentausspühlungen in leuchtendem Rot erstrahlen. Vielmehr geht es bei der Bezeichnung um die Feuer der vielen Aboriginies, die Tasmanien bewohnten und von denen es heute keine mehr auf der Insel gibt. Der Strand in der Bucht beeindruckte und machte Hyams Beach in der Jervis Bay durchaus Konkurrenz. Doch erwartete uns am nächsten Tag der eigentliche Höhepunkt der Ostküste – der Freycinet National Park.

Wineglass Bay

Dieser befindet sich auf einer kleinen Halbinsel circa 100km südlich der Bay of Fires und wird nicht nur von traumhaften Stränden sowie einer belebten Tierwelt gekennzeichnet, sondern auch von einer rund 500m hohen Bergkette – den Hazards. Dieses Highlight schien aber nicht nur uns bekannt. Wir staunten nicht schlecht als wir auf dem Wanderweg an den Bergen entlang zur traumhaften Wineglass Bay wanderten. Während wir am Lake St. Clair fast allein unterwegs waren, strömten Naturfreunde, Familien mit Kindern und Touristen zum Aussichtspunkt hinauf, der auch unser erstes Tagesziel war. Doch als wir den längeren Abzweig weg von der Wineglass Bay für die Rückweg wählten, war der Trubel schon wieder vorbei. Verwunderlich – ist doch der Hazards Beach nicht minder spektakulär. Zudem bietet sich auf der Westseite der Halbinsel ein durchaus attraktiver Ausblick auf Tasmaniens „Festland“.

Freycinet Halbinsel mit den Hazards

Tipp: Auf den kleinen Abstecher zum Cape Tourville sollte niemand verzichten. Der 20-minütige Rundweg am Kap ist nicht mehr als ein Spaziergang, trumpft dafür aber mit einer überragenden Aussicht auf die Hazards und den riesigen blauen Ozean auf.