Letzter Tag in Wollongong

Aus, vorbei, finito, finshed, fini! Nach den letzten zehn Tagen Urlaub in Queensland, verbringe ich noch eine Nacht in meiner fünften Heimat Wollongong. Obwohl ich nur noch meine Sachen abhole, umpacke und mich schon bald wieder auf dem Weg nach Sydney begebe, kommen doch nochmal einige Erinnerungen zurück. Insbesondere an meine beiden Lieblingsorte: Strand und Reservation Park.

Ohne große Worte …

Tipp: … und ohne Tipp! Oder doch: Frühstück im Diggies oder in einem anderen Café in Küstennähe.

Royal National Park

Die Zeit läuft langsam davon. Bereits seit einigen Wochen wurde schon überlegt, was in der näheren Umgebung noch unbedingt alles gesehen werden muss. Die Liste wurde lang und länger: Nan Tien Temple, Sydney Manly, Sydney Newtown, Kangaroo Valley, Fitzroy Falls, Macquarie Pass National Park, Symbio Zoo, Royal National Park – um nur einige Ideen zu nennen.

Die Wahl für letzten Sonntag – gleichzeitig auch mein letzter in Wollongong – fiel schließlich auf den Royal National Park, der eine natürlichen Grenze zwischen Sydney und Wollongong bildet. Dieser 1879 gegründete Nationalpark ist immerhin der zweitälteste der Welt, hinter dem amerikanischen Yellowstone National Park. Ein Highlight dabei ist der 26km lange Coastal Walk von Bundeena nach Otford. Da wir allerdings doch weniger Zeit mitbrachten, wurde die Küstenlinie nur ein paar Kilometer abgelaufen. Die ursprüngliche Idee war, einen kleinen Rundweg zu nehmen, der uns durch die Wälder zurück an das Küstenufer bringen sollte. Doch aufgrund schlechter Beschilderung gingen wir geradlinig die Küste in Richtung Süden. Und es war gut so.

Wilde See formt wilde Steilküste

Der Ausblick auf das Meer ist traumhaft, wird allerdings von der Eindrücklichkeit der über 20m hohen Klippen getoppt. Dabei schlugen die Wellen mit einer solchen Wucht auf die Felsen auf, dass das Wasser teilweise bis zu den Spitzen der Klippen spritzte. Dementsprechend außergewöhnlich sahen auch die Felsformationen aus, die durch das Wasser geschaffen wurden. Atemberaubende Überhänge und abgebrochene, wuchtige Gesteinswürfel waren das Ergebnis der jahrelangen Einwirkung des Wassers auf das Gestein. Gewaltig!

Tipp: Am besten kommt man nach Bundeena, wenn man den Zug bis Cronulla nimmt, und von dort aus mit der Fähre durch die traumhafte Botany Bay schippert. Besser kann eine Wanderung nicht beginnen und auch nicht enden.

Hinweis: Weitere Bilder kann ich leider erst in ca. einer Woche hochladen. Ich befinde mich aktuell auf Reise durch Queensland und habe die Festplatte mit den Fotos leider nicht dabei.

Exams

Kapellenstraße 13, Palexpo, Olma-Hallen und UOW Sports Hub – vier verschiedene Orte, die auf dem ersten Blick nichts gemeinsam haben. Allerdings bieten alle vier Gebäude Platz für mehrere hundert Studenten und gelten als die gefürchteten Massenprüfungssäle während der Prüfungszeit an der jeweiligen Universität. Eine etwas übersichtlichere Auflistung:

  • Kapellenstraße 13, ehemaliges Fabrikgebäude in Bamberg, ca. 800 Plätze
  • Palexpo, Messehallen in Genf, ca. 2000 Plätze
  • Olma-Messehallen in St. Gallen, ca 800 Plätze
  • UOW Sport Hub, Sporthalle der Universität Wollongong, ca. 2500 Plätze

2500 Plätze! Das bedeutete auch, dass ich letzte Woche einen neuen Rekord in meiner sehr ereignisreichen Universitätslaufbahn aufstellen konnte – mit so vielen Leuten habe ich noch nie zusammen geschrieben. Während es für die meisten Studenten eher ein mit Angstschweiß verbundene Angelegenheit ist, fühlte ich mich eigentlich wohl in dieser bekannten Umgebung. Manchmal zahlt sich Erfahrung doch aus.

"Transparente" Prüfungsausrüstung

Die Organisation lief übrigens sehr gut ab, was allerdings auch an den sehr strikten und zum Teil fast lächerlicher Bestimmungen lag. Dass keine unerlaubten Hilfsmittel und keine eingeschalteten Smartphones mitgenommen werden dürfen, macht noch Sinn. Dass keine Taschen, keine Taschenrechner-Hülle und nichts zu essen mitgenommen werden darf (Prüfung dauert 2-3h) halte ich schon für etwas übertrieben. Dass allerdings Stifte nur in durchsichtigen Zipp-Plastiktüten (wie beim Flug-Handgepäck für Flüssigkeiten), keine Taschentücher und Flaschen nur ohne Etikett die Sicherheitskontrolle am Eingang passieren dürfen, ist definitiv an der Grenze zum Lächerlichen. Andererseits ist auch eine weitere Erfahrung, die man gemacht haben muss.

Tipp: Für Prüfungen immer rechtzeitig anfangen zu lernen und nicht verrückt machen lassen.

Footy

Beschäftigt man sich etwas näher mit dem Begriff englischen „Football“ (wörtlich übersetzt Fußball), stellt sich schon bald heraus, dass nur im Mutterland des Fußballs selbst (sprich England) der Begriff auch für Fußball verwendet wird. In den USA wird dagegen Soccer zu Fußball gesagt, während „Football“ dort American Football meint. Dieses ist allerdings etwas irreführend, da der durchschnittliche Anteil, bei dem der Fuß den Ball berührt, bei gefühlten 3,78% des ganzen Spiels liegt.

Zurück nach Australien. Auch hier ist Football ein beliebter Sport, der nichts mit dem europäischen Fußball zu tun. Australian Rules Football – liebevoll meist nur Footy genannt – steht dabei in gleicher Beziehung zu Australien wie Kängurus oder Koalas: Footy gibt es nur in Australien. Umso interessanter ist es für Nicht-Australier, sich ein Spiel live anzuschauen.

Spielszene aus dem Spiel der Sydney Swans gegen die Western Bulldogs

Dass es an einem Sonntag Nachmittag in Sydney in Strömen regnete, als wir das Match der ansässigen Swans (Schwäne) gegen die Western Bulldogs (Melbourne) verfolgten, ließ das Interesse an diesem Sporthighlight in keiner Weise sinken. Und was zunächst wie ein heilloses Durcheinander und Getümmel aussah, wo Hände sowie Füße für Gegner und Ball (ähnlich wie bei Rugby und American Football) genutzt werden können, machte irgendwann doch Sinn. Ziel des Spiels ist nicht „das Runde muss ins Eckige“, sondern vielmehr „das Eiige muss irgendwo zwischen vier Pfosten“. Auf Deutsch: Es gibt zwei äußere Tore für die es jeweils ein Punkt und ein mittleres für das es sechs Punkte gibt. Gespielt werden vier Viertel, welche offiziell 25min dauern. Allerdings wird Nachspielzeit automatisch aufsummiert, sodass wirre Spieldauern wie 36:20min pro Viertel herauskommen. Gepasst wird während des Spiels per Handpass (ähnlich einer Volleyballangabe von unten) oder eben per Kick (zu meist aus der Hand), Tore wiederum dürfen nur mit dem Fuß erzielt werden. Nicht so kompliziert also. Und so lustig es manchmal wirken mag, wenn 2 x 18 Spieler dem Ball hinterher rennen, es ist definitiv unterhaltsam, diesem Treiben und dem Enthusiasmus der Australier zuzuschauen. Und immerhin ist es typisch australisch!

Tipp: Ein anschließender Besuch beim Vivid Festival am Circular Quay zwischen Harbour Bridge und Oper ist nicht nur wegen der Lichtshows beeindruckend. Auch der Besuch einer der vielzähligen Live-Konzerte in der Oper ist sicherlich ein Muss – was uns leider verwehrt blieb.

Sydney V.

Die römische Zahl V entspricht der 5 in unserem Sprachgebrauch. Somit war es bereits der fünfte Besuch für mich in Sydney. Einige der Blogleser werden sich fragen, wieso sie nichts über die anderen drei Besuche seit Sydney I. erfahren haben. Die Lösung ist relativ einfach. Es gab nichts großartig Neues zu berichten, da meine Ziele sich meistens auf Darling Harbour und „Pancakes on the Rocks“ beschränkten.

Was war nun das Highlight des fünften Besuchs, das es Wert war, Thema meines Blogs zu werden? Der Coastal Walk von Bondi nach Coogee Beach. Bondi Beach? Ja, der berühmteste Strand Sydneys (Australiens?) war Ausgangspunkt eines kleinen Küstenspaziergangs zu Coogee Beach, einem anderen außergewöhnlichen Strand im Stadtgebiet Sydneys. In Bondi angekommen, merkte man schnell, dass es in dieser Region Australiens kühler geworden ist. Trotz strahlend blauem Himmel und Sonnenschein verirrte sich kaum eine der sonst zahlreichen Bikini-Nixen an den Strand. Dafür befanden sich umso mehr Surfer im Wasser, was leicht zu erklären ist. Die Wasser- übersteigt in dieser Jahreszeit durchaus die Außentemperatur.

Bondi Beach

Auf dem Weg zum Coogee Beach verändert sich nicht viel – die Landschaft, die Häuser, die Leute, die entspannte Atmosphäre. Es blieb ein netter Weg, der wohl besser im „Winter“ zu begehen ist, da es wohl im Sommer der deutschen Autobahn A9 zu Ferienbeginn gleicht (oder die Schweizer A2 vor dem Gotthardtunnel). Einzig das Café direkt am Tamarama Beach soll eine besondere Erwähnung erhalten. Es gibt wenige bessere Orte um einen Kaffee oder einen Tee zu genießen.

Tipp: Was durch die „ausgelassenen“ Blogs über Sydney etwas unterging: Auch nach Sonnenuntergang verlieren Sydney’s Darling Harbour, the Rocks und der Circular Quay nichts an seiner besonderen Atmosphäre und lädt immer wieder zum „Promenieren“ ein.