Jervis Bay

„Colourful trips“ – Das war die Bezeichnung für den vom Study Abroad Service (Austauschdienst an der UOW) organisierten Ausflug zur Jervis Bay. Da ich mich damals gegen dieses Angebot und für die Blue Mountains entschieden habe, musste Jervis Bay unbedingt nachgeholt werden.

Letztes Wochenende ergab sich dann die Gelegenheit, als ich mit meinen italienischen, französischen und deutschen Freunden entschied, ein Auto zu mieten und für einen ruhigen Sonntag „down south“ zu fahren. Ausgehend vom schicken und gemütlichen Hauptort Huskisson erkundeten wir die Bay, die angeblich so farbenprächtig sein soll die definitiv so farbenprächtig ist.

  • Weiß: Hyams Beach ist im Guinness Buch der Rekorde als der Strand mit dem weißesten Sand weltweit eingetragen. Ein Muss.
  • Blau: Das Wasser.
  • Hellblau: Dass Wasser auch in Australien eine blaue Farbe annimmt, ist kein Geheimnis. Aber ich dachte nicht, dass es in Ufernähe zu einem unglaublich leuchtenden Hellblau werden kann, das man sonst viel mehr von Bildern aus der Karibik kennt – dem weißen Sand sei Dank.
  • Grün: Über den südlichen Teil der Bucht erstreckt sich der Booderee National Park (nicht der einzige in der Region), der teilweise vereinzelt Regenwald aufweist und im Herzen einen riesigen Botanischen Garden beherbergt – den wir aus bestimmten Gründen (siehe unten) auslassen mussten.
  • Braun: Ein Nationalpark in Australien impliziert normalerweise gleichzeitig Wildlife-Spotting – genauer gesagt Kängurus. Während meine Begleiter ihre ersten Kängurus sahen, war es für mich eher schon die Gewohnheit. Doch als in Stoney Creek dieses Riesen-Känguru mit seinem braunen, flauschigen Fell aus dem Busch kam und die Holzstufen des Wanderwegs hinaufgesprungen ist, war ich doch etwas beeindruckt.
  • Rot: Die Farbe des Horizonts bei Sonnenuntergang. Aufgrund der Zeitumstellung am selbigen Tag war es der erste Tag, an dem die Sonne bereits vor 18Uhr unterging (!).
  • Grau: Fast hätte ich es vergessen. Gegen Nachmittag zogen bereits kräftige Gewitterwolken auf, die auch den ein oder anderen Schauer zur Folge hatten. Es erwies sich dann durchaus praktisch, dass wir mit dem Auto unterwegs waren und dennoch die meisten schönen Orte anfahren konnten.

 

Hyams Beach

Fazit: Wir werden sicherlich noch mal wiederkommen. Erstens ist es wunderschön – vielleicht wird das Wetter besser. Zweitens besteht die Option, im Juni auf Bootstour mit Walbesichtigung zu gehen. Delfine sind dabei in jedem Fall mit inbegriffen.

Tipp: Murrays Beach – der Sand fast so weiß wie am Hyams Beach, aber durch den Blick auf die unweite Cowen Island, die fast bis ans Wasser reichenden Wälder des Nationalparks und den unglaublichen Blick in die Bucht wirkt dieser Strand wie das Paradies. Oder wie auf Monkey Island.

Stanwell Park

Der Übergang von Wollongong nach Sydney, oder eher von Sydney nach Wollongong ist fast fließend. Fast könnte Wollongong als südlichstes Stadtviertel von Sydney bezeichnet werden. Wäre da nicht der Royal National Park, der eine Art natürliche Grenze zwischen den beiden Städten bildet. Am südlichen Zipfel wartet allerdings ein weiterer, wesentlich kleinerer und ebenfalls schöner National Park, „Stanwell Park“.

Laut Webseite heißt der Woddi-Woddi Track eigentlich Wodi-Wodi

Während der Grand Pacific Drive diesen kleinen, in einer Bucht sich befindlichen National Park nur tangiert und viel mehr einen sagenhaften Ausblick auf die südliche Küstenlinie gibt, drangen wir in den Stanwell „Busch“ ein. Auf dem Plan stand der 6,5km lange Wodi-Wodi Track, der einen spektakulären Weg zu bieten hatten. „Spektakulär“ ist dabei weniger auf die Aussicht zu beziehen als vielmehr auf das ständige Auf und Ab, das Passieren von Flüssen über natürliche Brücken, das Suchen der nächsten Wegmarkierung (was sich ab und zu als Herausforderung darstellte), das Freimachen des Weges von Sträuchern oder das Überwinden von ziemlich schlammigen Abschnitten, die noch Hinweise auf den letzten Regen (der schon lange zurücklag) gaben.

Insbesondere die matschigen Passagen stellten das größte Hindernis dar. Denn diese wurden bevorzugt von kleinen bis größeren Blutegeln bewohnt, die natürlich nach Blut lechzten. Und als dann gerade eine Reisegruppe von Semi-Touristen durch ihr Gebiet zog, dachten sich die Blutsauger sicherlich: „Mittagessen!“ So kam es, dass jeder von uns zwischen 5 und 20 dieser Leeches (english für Blutegel) an seinen Beinen, in seinen Schuhen oder sonst wo finden konnte. Das größte Exemplar erreichte bei einer Länge von mind. 5cm bestimmt einen Durchmesser von über 5mm. Allerdings war dieser auch leider schon mit Blut vollgesaugt.

Wir überlebten aber auch dieses Abenteuer und erreichten am Ende die traumhafte Lagune des Stanwell Park Beaches, an welchem wir uns für eine kurze Erfrischung in die Wellen stürzten. Die letzte Anlaufstelle und der absolute Höhepunkt der Wanderung war die Gelateria (im englischen wirklich Gelato genannt), bei welcher es ein überdimensional großes als auch leckeres Eis gab. Verdient war es allemal.

Stanwell Park Beach

Tipp: Gutes Schuhwerk oder lange Hosen können Blutegel auf ihrer Suche nach Blut nicht abhalten. Sie „beißen“ sich durch den Stoff. Die kleinen niedlichen Würmchen sind übrigens total ungefährlich. Im Gegenteil, Menschen überall auf der Welt zahlen sogar teilweise für eine solche Blutegel-Blutreinigung.

Freitags in Wollongong

Wenn für mich Freitag Nachmittag (17.30h) die Uniwoche endlich vorbei ist, wartet das wohlverdiente Wochenende. Dieses wird im besten Fall mit einem BBQ (zu Deutsch: Grillen) am North Beach Strand eröffnet, an welchem sich mehrere öffentliche Elektro-Grills befinden. Natürlich sind diese relativ gut besucht, braucht man sich nicht einmal um Holzkohle und Feuer zu kümmern. Doch gegen 19Uhr ziehen sich die meisten Locals dann in ihre Wohnungen zurück – die Australier scheinen ziemlich zeitig zu essen – und die Grills werden frei.

BBQ am North Beach Park

Und ehrlich gesagt: es gibt kaum eine bessere Alternative das Wochenende zu beginnen, als mit einem Grillabend am Strand. Dabei ist es egal, ob man ein einfaches Steak, ein paar der leckeren Beef-Würste, einen Burger oder doch eines der sehr leckeren Känguru-Steaks auf dem Teller hat. Es wird sich allerdings zeigen, wie lange wir dieses Ritual noch aufrecht erhalten können, immerhin wird es doch mittlerweile schon relativ zeitig dunkel und frisch.

Wer ist wir? Der ursprüngliche Kreis bestehend aus meinen Schweizer Freunden Mary, Patti und Manu wurde die letzten beiden Male um Matt, Sina, Annika, Joffrey, Michele und Arash erweitert. Schauen wir, wer nächste Woche dabei ist.

Tipp: Für den After-Grill-Kaffee lohnt sich ein Blick ins „Il mundo del cafe“, einem kleinem netten Café, in dem es anscheinend auch gutes und günstiges Essen gibt.

… und bei Sonne

Wer sich genau die letzten Bilder von Wollongong angeschaut hat, dem wird aufgefallen sein, dass sich im Süden der Stadt ein eher hässliches (Schwer-)Industriegebiet befindet: Port Kembla. Dieses ist sogar so hässlich, dass es vom City Beach aus fotografiert fast schon wieder eine künstlerische Note bekommt.

Dennoch bleibt die Hauptattraktion der Stadt das Belmore Basin mit seinem kleinen Fischerhafen und den zwei Leuchttürmen. Die Strände laden immer zum Verweilen ein, wobei am North Beach einem auch der Blick auf Port Kembla verwehrt wird. Und bei Sonnenschein ist Küste von „The Gong“ einfach traumhaft. Oder was meint ihr?

 

The Gong bei Regen…

Ok, vielleicht wird der eine oder andere schon gefragt haben: „Was ist eigentlich dieses Wollongong?“ Was die meisten, die den Blog schon länger verfolgen, wissen sollten, ist, dass Wollongong eine Stadt unweit gelegen von Sydney im Australischen Bundesstaat New South Wales (die drittgrößte) ist. Bei der Einwohnerzahl wird sich meistens etwas gestritten. Die Angaben reichen von ca. 100’000 bis zu ca. 250’000. Die extreme Diskrepanz kommt wahrscheinlich dadurch zustande, dass sich entweder auf den Stadtkern oder auf das Agglomerationsgebiet bezogen wird.

Der Name Wollongong, welcher mit „Meeresrauschen“ oder „reiche Fischermahlzeit“ übersetzt werden kann, stammt übrigens nicht überraschenderweise von den Aboriginies. Heutzutage wird Wollongong im Sprachgebrauch oftmals nur als „Gong“ oder „The Gong“ bezeichnet.

Weiterhin sollte bekannt sein, dass es in Wollongong eine sehr grüne Uni gibt, die eher einer Parkanlage gleicht. Warum es in Wollongong so grün ist, ist mit einer einfachen Formel zu erklären:

Meeresklima + Bergkette im Rücken = viel Regen

Den Beweis dazu gibt es in der Galerie.