Royal National Park

Die Zeit läuft langsam davon. Bereits seit einigen Wochen wurde schon überlegt, was in der näheren Umgebung noch unbedingt alles gesehen werden muss. Die Liste wurde lang und länger: Nan Tien Temple, Sydney Manly, Sydney Newtown, Kangaroo Valley, Fitzroy Falls, Macquarie Pass National Park, Symbio Zoo, Royal National Park – um nur einige Ideen zu nennen.

Die Wahl für letzten Sonntag – gleichzeitig auch mein letzter in Wollongong – fiel schließlich auf den Royal National Park, der eine natürlichen Grenze zwischen Sydney und Wollongong bildet. Dieser 1879 gegründete Nationalpark ist immerhin der zweitälteste der Welt, hinter dem amerikanischen Yellowstone National Park. Ein Highlight dabei ist der 26km lange Coastal Walk von Bundeena nach Otford. Da wir allerdings doch weniger Zeit mitbrachten, wurde die Küstenlinie nur ein paar Kilometer abgelaufen. Die ursprüngliche Idee war, einen kleinen Rundweg zu nehmen, der uns durch die Wälder zurück an das Küstenufer bringen sollte. Doch aufgrund schlechter Beschilderung gingen wir geradlinig die Küste in Richtung Süden. Und es war gut so.

Wilde See formt wilde Steilküste

Der Ausblick auf das Meer ist traumhaft, wird allerdings von der Eindrücklichkeit der über 20m hohen Klippen getoppt. Dabei schlugen die Wellen mit einer solchen Wucht auf die Felsen auf, dass das Wasser teilweise bis zu den Spitzen der Klippen spritzte. Dementsprechend außergewöhnlich sahen auch die Felsformationen aus, die durch das Wasser geschaffen wurden. Atemberaubende Überhänge und abgebrochene, wuchtige Gesteinswürfel waren das Ergebnis der jahrelangen Einwirkung des Wassers auf das Gestein. Gewaltig!

Tipp: Am besten kommt man nach Bundeena, wenn man den Zug bis Cronulla nimmt, und von dort aus mit der Fähre durch die traumhafte Botany Bay schippert. Besser kann eine Wanderung nicht beginnen und auch nicht enden.

Hinweis: Weitere Bilder kann ich leider erst in ca. einer Woche hochladen. Ich befinde mich aktuell auf Reise durch Queensland und habe die Festplatte mit den Fotos leider nicht dabei.

Footy

Beschäftigt man sich etwas näher mit dem Begriff englischen „Football“ (wörtlich übersetzt Fußball), stellt sich schon bald heraus, dass nur im Mutterland des Fußballs selbst (sprich England) der Begriff auch für Fußball verwendet wird. In den USA wird dagegen Soccer zu Fußball gesagt, während „Football“ dort American Football meint. Dieses ist allerdings etwas irreführend, da der durchschnittliche Anteil, bei dem der Fuß den Ball berührt, bei gefühlten 3,78% des ganzen Spiels liegt.

Zurück nach Australien. Auch hier ist Football ein beliebter Sport, der nichts mit dem europäischen Fußball zu tun. Australian Rules Football – liebevoll meist nur Footy genannt – steht dabei in gleicher Beziehung zu Australien wie Kängurus oder Koalas: Footy gibt es nur in Australien. Umso interessanter ist es für Nicht-Australier, sich ein Spiel live anzuschauen.

Spielszene aus dem Spiel der Sydney Swans gegen die Western Bulldogs

Dass es an einem Sonntag Nachmittag in Sydney in Strömen regnete, als wir das Match der ansässigen Swans (Schwäne) gegen die Western Bulldogs (Melbourne) verfolgten, ließ das Interesse an diesem Sporthighlight in keiner Weise sinken. Und was zunächst wie ein heilloses Durcheinander und Getümmel aussah, wo Hände sowie Füße für Gegner und Ball (ähnlich wie bei Rugby und American Football) genutzt werden können, machte irgendwann doch Sinn. Ziel des Spiels ist nicht „das Runde muss ins Eckige“, sondern vielmehr „das Eiige muss irgendwo zwischen vier Pfosten“. Auf Deutsch: Es gibt zwei äußere Tore für die es jeweils ein Punkt und ein mittleres für das es sechs Punkte gibt. Gespielt werden vier Viertel, welche offiziell 25min dauern. Allerdings wird Nachspielzeit automatisch aufsummiert, sodass wirre Spieldauern wie 36:20min pro Viertel herauskommen. Gepasst wird während des Spiels per Handpass (ähnlich einer Volleyballangabe von unten) oder eben per Kick (zu meist aus der Hand), Tore wiederum dürfen nur mit dem Fuß erzielt werden. Nicht so kompliziert also. Und so lustig es manchmal wirken mag, wenn 2 x 18 Spieler dem Ball hinterher rennen, es ist definitiv unterhaltsam, diesem Treiben und dem Enthusiasmus der Australier zuzuschauen. Und immerhin ist es typisch australisch!

Tipp: Ein anschließender Besuch beim Vivid Festival am Circular Quay zwischen Harbour Bridge und Oper ist nicht nur wegen der Lichtshows beeindruckend. Auch der Besuch einer der vielzähligen Live-Konzerte in der Oper ist sicherlich ein Muss – was uns leider verwehrt blieb.

Sydney V.

Die römische Zahl V entspricht der 5 in unserem Sprachgebrauch. Somit war es bereits der fünfte Besuch für mich in Sydney. Einige der Blogleser werden sich fragen, wieso sie nichts über die anderen drei Besuche seit Sydney I. erfahren haben. Die Lösung ist relativ einfach. Es gab nichts großartig Neues zu berichten, da meine Ziele sich meistens auf Darling Harbour und „Pancakes on the Rocks“ beschränkten.

Was war nun das Highlight des fünften Besuchs, das es Wert war, Thema meines Blogs zu werden? Der Coastal Walk von Bondi nach Coogee Beach. Bondi Beach? Ja, der berühmteste Strand Sydneys (Australiens?) war Ausgangspunkt eines kleinen Küstenspaziergangs zu Coogee Beach, einem anderen außergewöhnlichen Strand im Stadtgebiet Sydneys. In Bondi angekommen, merkte man schnell, dass es in dieser Region Australiens kühler geworden ist. Trotz strahlend blauem Himmel und Sonnenschein verirrte sich kaum eine der sonst zahlreichen Bikini-Nixen an den Strand. Dafür befanden sich umso mehr Surfer im Wasser, was leicht zu erklären ist. Die Wasser- übersteigt in dieser Jahreszeit durchaus die Außentemperatur.

Bondi Beach

Auf dem Weg zum Coogee Beach verändert sich nicht viel – die Landschaft, die Häuser, die Leute, die entspannte Atmosphäre. Es blieb ein netter Weg, der wohl besser im „Winter“ zu begehen ist, da es wohl im Sommer der deutschen Autobahn A9 zu Ferienbeginn gleicht (oder die Schweizer A2 vor dem Gotthardtunnel). Einzig das Café direkt am Tamarama Beach soll eine besondere Erwähnung erhalten. Es gibt wenige bessere Orte um einen Kaffee oder einen Tee zu genießen.

Tipp: Was durch die „ausgelassenen“ Blogs über Sydney etwas unterging: Auch nach Sonnenuntergang verlieren Sydney’s Darling Harbour, the Rocks und der Circular Quay nichts an seiner besonderen Atmosphäre und lädt immer wieder zum „Promenieren“ ein.

Blue Mountains

New South Wales besteht nicht nur aus Strand, Surfen und Sydney. Nur 60km westlich der 5-Millionen-Einwohner Stadt befinden sich die Blue Mountains, welche bereits vor über 14.000 Jahren von Aboriginies bewohnt wurden. Den Namen hat das Gebirge den ätherischen Ölen der Eukalyptusbäume zu verdanken, durch welche bei bestimmten Tageslicht ein blauer Schimmer über dem Horizont entsteht (Lonely Planet und Wikipedia).

Der bekannteste Aussichtspunkt befindet sich im Hauptort Katoomba, von welchem man einen fantastischen Ausblick auf die Hochebene hat – und auf die „Three Sisters“, den wohl populärsten Sandsteinfelsen des ganzen Gebirges. Während allerdings die meisten Touristen nun das blaue Gebirge auf ihrer Checkliste abhaken, ging ich mit einer internationalen Gruppe (Studenten und Forscher der Universität Wollongong) über den Prince Henry Cliff Walk auf eine kleine Wanderung. Der Weg verläuft, wie der Name es vermuten lässt, direkt am Felsabbruch entlang und passiert dabei viele Lookouts, von welchem aus immer wieder die scheinbar unendliche Weite der Blue Mountains bewundern kann. Ein weiteres Highlight des Weges nach Leura (unser Ziel) sind die Leura Falls bzw. die Leura Cascades – Wasserfälle! Diese überzeugen weniger durch ihre Wassermenge, dafür aber ist die Fallhöhe als auch die Flora in der Nähe des Wassers umso beeindruckender. Während die Pflanzen an anderen Passagen ausgetrocknet wirken, wachsen in der Nähe der Wasserfälle viele verschiedene Farnarten, Bergeschen und andere Pflanzen, die man sonst eher in Regenwaldregionen vermutet.

"Three Sisters" - erinnert an das Elbsandsteingebirge

Kurz vor Leura war dann der Lyrebird Dell Loop Walk das abschließende Highlight unserer Tour – und diese Extrarunde ist auch unbedingt weiter zu empfehlen. Obwohl wir mehr oder weniger nur aus Neugierde den Rundweg in unsere Route nahmen, zeigte sich der Weg durch den Busch als ein echter Geheimtipp. Am Pool of Siloam, einem kleinen Teich am Fuße eines Wasserfalls des Gordon Creeks, hätte man sogar schwimmen können, allerdings hatte keiner von uns an eine Badehose gedacht. Vielleicht ein andermal!

Blick auf die Blue Mountains

Tipp: Der Princess Henry Cliff Walk von Katoomba nach Leura ist ein Muss, und nicht nur wegen der „Three Sisters“. Hängt man noch den Lyrebird Dell Walk an, bekommt man eine perfekte Tagestour, die im späteren Verlauf auch komplett frei von Touristen ist. Die Blue Mountains bieten sicher noch mehr – sicher auch tolle Mehrtageswanderungen durch die weiten Täler.

Sydney I.

Sydney I. beschreibt keine Königin. Sydney I. ist einfach eine von mir gewählte Bezeichnung für meinen ersten Besuch der größten Stadt Australiens. Den ersten und sicherlich nicht letzten. Von Wollongong ist Sydney nur einen Katzensprung entfernt, eine gute Stunde Zugfahrt, wie von St. Gallen nach Zürich, oder von Bamberg nach Nürnberg, oder von Zwickau nach Dresden. Preis für Studenten (Tagesticket): 8.20AUD, ca. 8,20CHF, ca. 6,50EUR.

Und mit dieser Einstellung, dass es nicht das letzte Mal in Sydney sein wird, bin ich mit zwei Freundinnen aus dem Wohnheim, davon eine Sydney-Siderin, nach Sydney gefahren. Ich war besonders gespannt. Wie oft musste ich mir bereits den Vergleich zwischen Melbourne und Sydney anhören? Liebst du Melbourne, wirst du Sydney nicht mögen – und vice versa. Kann man diese Stadt nicht mögen? Ich zumindest mag sie.

Darling Harbour mit Harbour Bridge im Hintergrund

Es liegt nicht nur am Sydney Opera House oder an der wirklich überwältigenden Harbour-Bridge. Es vielmehr die Stadt selbst und ihre Nähe zum Meer. Durch die unzähligen Meeresarme der Botany Bay zählt Sydney ebenso viele verschiedene Häfen und Stadtgebiete, die in ihrer Art immer unterschiedlich sind. Die Bucht wirkt zudem wie ein großer See inmitten einer riesigen Stadt und ermöglicht eine ständigen Rückzugsort von der sonst relativ hektischen Innenstadt.

Für uns blieben an diesem Tag die Besichtigung der touristischen Aktivitäten: Gestartet in Darling Harbour, nahmen wir anschließend an einer free guided tour teil (free hieß in dem Fall, dass man den Preis selber bestimmen konnte). Neben den obengenannten Wahrzeichen, Oper und Harbour Bridge, waren die viktorianischen Arkaden, das Parliament House (ursprünglich ein Rum Hospital), die Hyde Park Baracks oder die alten Kolonialhäuser am Circular Quay Teil der Tour und erzählten spannende Geschichten aus dem 19. Jhd. Zwischen dem Circular Quay und der Harbour Bridge liegt „The Rocks“. Dieses hübsche, niedliche, älterliche Viertel, in welchem sich die ersten Europäer ansiedelten, galt lange Zeit als dreckiges und veruchtes Viertel, lädt heute aber zum Entspannen und Kaffee-Trinken ein.

Café in The Rocks

Nach dem ersten Eindruck hat Sydney wirklich viel zu bieten. Und es unterscheidet sich von Melbourne, vielleicht sollte man daher einen direkten Vergleich nur bedingt ziehen.

Tipp: Am ersten Märzwochenende findet die Parade des bekannten Mardi Gras Festivals statt. Mardi Gras ist eines der größten Schwulen und Lesben Festivals der Welt, wobei insbesondere die Parade mittlerweile für alle Gesellschaftsgruppen zu einem echten Spektakel geworden ist. Somit folgt bald Sydney II.