Letzter Tag in Wollongong

Aus, vorbei, finito, finshed, fini! Nach den letzten zehn Tagen Urlaub in Queensland, verbringe ich noch eine Nacht in meiner fünften Heimat Wollongong. Obwohl ich nur noch meine Sachen abhole, umpacke und mich schon bald wieder auf dem Weg nach Sydney begebe, kommen doch nochmal einige Erinnerungen zurück. Insbesondere an meine beiden Lieblingsorte: Strand und Reservation Park.

Ohne große Worte …

Tipp: … und ohne Tipp! Oder doch: Frühstück im Diggies oder in einem anderen Café in Küstennähe.

Exams

Kapellenstraße 13, Palexpo, Olma-Hallen und UOW Sports Hub – vier verschiedene Orte, die auf dem ersten Blick nichts gemeinsam haben. Allerdings bieten alle vier Gebäude Platz für mehrere hundert Studenten und gelten als die gefürchteten Massenprüfungssäle während der Prüfungszeit an der jeweiligen Universität. Eine etwas übersichtlichere Auflistung:

  • Kapellenstraße 13, ehemaliges Fabrikgebäude in Bamberg, ca. 800 Plätze
  • Palexpo, Messehallen in Genf, ca. 2000 Plätze
  • Olma-Messehallen in St. Gallen, ca 800 Plätze
  • UOW Sport Hub, Sporthalle der Universität Wollongong, ca. 2500 Plätze

2500 Plätze! Das bedeutete auch, dass ich letzte Woche einen neuen Rekord in meiner sehr ereignisreichen Universitätslaufbahn aufstellen konnte – mit so vielen Leuten habe ich noch nie zusammen geschrieben. Während es für die meisten Studenten eher ein mit Angstschweiß verbundene Angelegenheit ist, fühlte ich mich eigentlich wohl in dieser bekannten Umgebung. Manchmal zahlt sich Erfahrung doch aus.

"Transparente" Prüfungsausrüstung

Die Organisation lief übrigens sehr gut ab, was allerdings auch an den sehr strikten und zum Teil fast lächerlicher Bestimmungen lag. Dass keine unerlaubten Hilfsmittel und keine eingeschalteten Smartphones mitgenommen werden dürfen, macht noch Sinn. Dass keine Taschen, keine Taschenrechner-Hülle und nichts zu essen mitgenommen werden darf (Prüfung dauert 2-3h) halte ich schon für etwas übertrieben. Dass allerdings Stifte nur in durchsichtigen Zipp-Plastiktüten (wie beim Flug-Handgepäck für Flüssigkeiten), keine Taschentücher und Flaschen nur ohne Etikett die Sicherheitskontrolle am Eingang passieren dürfen, ist definitiv an der Grenze zum Lächerlichen. Andererseits ist auch eine weitere Erfahrung, die man gemacht haben muss.

Tipp: Für Prüfungen immer rechtzeitig anfangen zu lernen und nicht verrückt machen lassen.

Stanwell Park

Der Übergang von Wollongong nach Sydney, oder eher von Sydney nach Wollongong ist fast fließend. Fast könnte Wollongong als südlichstes Stadtviertel von Sydney bezeichnet werden. Wäre da nicht der Royal National Park, der eine Art natürliche Grenze zwischen den beiden Städten bildet. Am südlichen Zipfel wartet allerdings ein weiterer, wesentlich kleinerer und ebenfalls schöner National Park, „Stanwell Park“.

Laut Webseite heißt der Woddi-Woddi Track eigentlich Wodi-Wodi

Während der Grand Pacific Drive diesen kleinen, in einer Bucht sich befindlichen National Park nur tangiert und viel mehr einen sagenhaften Ausblick auf die südliche Küstenlinie gibt, drangen wir in den Stanwell „Busch“ ein. Auf dem Plan stand der 6,5km lange Wodi-Wodi Track, der einen spektakulären Weg zu bieten hatten. „Spektakulär“ ist dabei weniger auf die Aussicht zu beziehen als vielmehr auf das ständige Auf und Ab, das Passieren von Flüssen über natürliche Brücken, das Suchen der nächsten Wegmarkierung (was sich ab und zu als Herausforderung darstellte), das Freimachen des Weges von Sträuchern oder das Überwinden von ziemlich schlammigen Abschnitten, die noch Hinweise auf den letzten Regen (der schon lange zurücklag) gaben.

Insbesondere die matschigen Passagen stellten das größte Hindernis dar. Denn diese wurden bevorzugt von kleinen bis größeren Blutegeln bewohnt, die natürlich nach Blut lechzten. Und als dann gerade eine Reisegruppe von Semi-Touristen durch ihr Gebiet zog, dachten sich die Blutsauger sicherlich: „Mittagessen!“ So kam es, dass jeder von uns zwischen 5 und 20 dieser Leeches (english für Blutegel) an seinen Beinen, in seinen Schuhen oder sonst wo finden konnte. Das größte Exemplar erreichte bei einer Länge von mind. 5cm bestimmt einen Durchmesser von über 5mm. Allerdings war dieser auch leider schon mit Blut vollgesaugt.

Wir überlebten aber auch dieses Abenteuer und erreichten am Ende die traumhafte Lagune des Stanwell Park Beaches, an welchem wir uns für eine kurze Erfrischung in die Wellen stürzten. Die letzte Anlaufstelle und der absolute Höhepunkt der Wanderung war die Gelateria (im englischen wirklich Gelato genannt), bei welcher es ein überdimensional großes als auch leckeres Eis gab. Verdient war es allemal.

Stanwell Park Beach

Tipp: Gutes Schuhwerk oder lange Hosen können Blutegel auf ihrer Suche nach Blut nicht abhalten. Sie „beißen“ sich durch den Stoff. Die kleinen niedlichen Würmchen sind übrigens total ungefährlich. Im Gegenteil, Menschen überall auf der Welt zahlen sogar teilweise für eine solche Blutegel-Blutreinigung.

Freitags in Wollongong

Wenn für mich Freitag Nachmittag (17.30h) die Uniwoche endlich vorbei ist, wartet das wohlverdiente Wochenende. Dieses wird im besten Fall mit einem BBQ (zu Deutsch: Grillen) am North Beach Strand eröffnet, an welchem sich mehrere öffentliche Elektro-Grills befinden. Natürlich sind diese relativ gut besucht, braucht man sich nicht einmal um Holzkohle und Feuer zu kümmern. Doch gegen 19Uhr ziehen sich die meisten Locals dann in ihre Wohnungen zurück – die Australier scheinen ziemlich zeitig zu essen – und die Grills werden frei.

BBQ am North Beach Park

Und ehrlich gesagt: es gibt kaum eine bessere Alternative das Wochenende zu beginnen, als mit einem Grillabend am Strand. Dabei ist es egal, ob man ein einfaches Steak, ein paar der leckeren Beef-Würste, einen Burger oder doch eines der sehr leckeren Känguru-Steaks auf dem Teller hat. Es wird sich allerdings zeigen, wie lange wir dieses Ritual noch aufrecht erhalten können, immerhin wird es doch mittlerweile schon relativ zeitig dunkel und frisch.

Wer ist wir? Der ursprüngliche Kreis bestehend aus meinen Schweizer Freunden Mary, Patti und Manu wurde die letzten beiden Male um Matt, Sina, Annika, Joffrey, Michele und Arash erweitert. Schauen wir, wer nächste Woche dabei ist.

Tipp: Für den After-Grill-Kaffee lohnt sich ein Blick ins „Il mundo del cafe“, einem kleinem netten Café, in dem es anscheinend auch gutes und günstiges Essen gibt.

… und bei Sonne

Wer sich genau die letzten Bilder von Wollongong angeschaut hat, dem wird aufgefallen sein, dass sich im Süden der Stadt ein eher hässliches (Schwer-)Industriegebiet befindet: Port Kembla. Dieses ist sogar so hässlich, dass es vom City Beach aus fotografiert fast schon wieder eine künstlerische Note bekommt.

Dennoch bleibt die Hauptattraktion der Stadt das Belmore Basin mit seinem kleinen Fischerhafen und den zwei Leuchttürmen. Die Strände laden immer zum Verweilen ein, wobei am North Beach einem auch der Blick auf Port Kembla verwehrt wird. Und bei Sonnenschein ist Küste von „The Gong“ einfach traumhaft. Oder was meint ihr?