Moreton Island

Obwohl direkt in der Moreton Bay vor Brisbane gelegen, gilt Moreton Island als eine der großen Unbekannten. Brisbane’s best secret. Dabei ist Moreton Island nach Fraser Island (ebenfalls in Australien) die zweitgrößte Sandinsel der Welt. Und vielleicht die schönere?

Zumindest ist Moreton ruhiger und auch besser erreichbar, da kleiner. Auch wenn wir sozusagen an Ferienbeginn unsere Ein-Tages-Tour geplant haben, hielt sich der Besuchansturm in Grenzen. Neben unseren kleinen, zehn Mann starken Gruppe – wir alle passten in einen Allrad-Jeep (4WD) – gingen nur vereinzelte Familien mit uns auf die Fährüberfahrt, die ungefähr 70min dauerte. Bei Ankunft fallen einem nicht nur die typischen Sanddünen auf, sondern auch künstlich angelegte Schiffswrackteile von verschiedenen wirklich gesunkenen Schiffen.

Endgültig angekommen ging es über Stock und Sand in Rallyetempo über die Insel. Erster Stopp: Sandboarden an einer 45m hohen Sanddühne. Das Ganze wurde zu einer lustigen, aber auch sandigen Angelegenheit. Während der Sand aus Augen, Haar oder sonstigen Körperteilen doch irgendwann verschwindet, setzt er sich in elektromechanischen Geräten fest und überlebt meistens seinen Gastgeber. Vorsicht gilt insbesondere für Fotokameras!

„The Desert“ – ideal zum Sandboarden

Anschließend ging es auf der weiteren Erkundung der Insel zur Blue Lagoon, deren Wasser aktuell eher durch eine Braunfärbung auffällt. Man sollte sich aber nicht abschrecken lassen, da das Wasser eine höhere Qualität aufweist als das Trinkwasser Brisbanes. Das Highlight unserer Tour war der nördliche Leuchtturm am Cape Moreton. Blickt man in Richtung Süden, bekommt man einen sagenhaften Ausblick über die Insel. Schaut man in Richtung Norden, entdeckt man mit etwas Glück Wale und Delfine.

Zusammenfassung: Auch wenn Fraser Island vielleicht als die bekanntere und etwas attraktivere (aufgrund der Dingos und des Lake McKenzies) gilt, Moreton ist der Geheimtipp. Traumhäfte Strände und Küstenformen, viel Ruhe, wenig Menschen und genug Sand für alle.

Blick über die Insel vom Cape Moreton Lighthouse

Tipp: Schwimmen an der Ostküste der Insel wurde uns nicht empfohlen. Insbesondere zu Ebbezeiten schwimmen zu viele Haie in Küstennähe. Gut zu wissen.

Sydney oder Melbourne? Antwort: Brisbane!

Story Bridge mit Skyline Brisbanes

Nein, bei der oben genannten Frage gilt es nicht herauszufinden, welche die schönste Stadt Australiens ist. Erstens gehört bei einer solchen Einschätzung eine gehörige Portion Subjektivität dazu. Zweitens sind alle drei genannten Städte auf ihre Art und Weise wunderschön. Brisbane gewinnt aber wohl das Rennen als australischste der drei Metropolen an der Ostküste. Während Melbourne seinen europäischen Charme und Sydney seinen amerikanischen Einfluss kaum verstecken können, kommt Brisbane mit der landestypischen Lockerheit daher.

Das mag vielleicht an den unweit gelegenen Stränden der Sunshine und der Gold Coast liegen. Oder auch an den über 3000 Sonnenstunden pro Jahr (Barcelona: 2500h), die dafür sorgen, dass man selbst an Wintertagen mit kurzer Hose und Flip-Flops durch die Straßen flanieren kann. Obwohl Brisbane nicht direkt am Meer liegt, ermöglicht der sich durch die Stadt schlängelnde Brisbane River, ausgedehnte Spaziergänge vor dem Hintergrund der beeindruckenden Skyline. Dabei passiert man unter anderem die Story Bridge, den botanischen Garten und die Southbank Bank Parklands. Im Letzteren befindet sich neben liebevoll angerichteten und mit Blumen übersäten Lauben das ans London Eye erinnernde Wheel of Brisbane – ein Riesenrad mit sicherlich tollem Ausblick auf das Stadtzentrum.

Auch innerhalb des Central Business Districts lässt es sich gut verweilen. Die Cafés in der Shopping Mall laden eben so zum Kaffee oder Tee ein, wie die Shops zum Stöbern und Kaufen. Für die Abendunterhaltung gibt es vielzählige Bars und Pubs mit Großbildschirmen für alle möglichen Sportevents (inbesondere Rugby). Wer es aufregender und tanzintensiver mag, sollte sich im Fortitude Valley umschauen. Die anschließende Erholung ist in jedem Fall nur einen Katzensprung entfernt. Sollte es zudem einmal zu warm sein, kann man sich in der künstlich angelegten Lagune „Streets Beach“ abkühlen, oder sich einfach eines schattiges Plätzchen im Botanischen Garten suchen. Und Entspannen.

Vielleicht ist für Brisbane für Vollbluttouristen etwas zu langweilig, für Anwohner bietet die Stadt allerdings eine unglaublich hohe Lebensqualität.

Tipp: Wer sich entschieden hat, per Uferspaziergang am Brisbane River die Stadt zu erkunden, sollte sich vorher im Klaren sein, dass es kaum Fußgängerbrücken gibt, die beide Seiten miteinander verbinden. Ein Wassertaxi hilft aber dabei, den Fluss an verschiedenen Punkten den Fluss zu überqueren.

Segeln an den Whitsundays

Unabhängig davon, wen oder welchen Reiseführer man befragt, werden die Whitsunday Islands einstimmig als einer der Höhepunkte der Ostküste Australiens bezeichnet. Zugleich befindet sich an der größten Insel das unbeschreiblich bezaubernde Hill Inlet mit dem Whitehaven Beach. Also, nächster Stopp Whitsundays!

Hill Inlet und Whitehaven Beach auf der Whitsunday Island

Die bestmögliche Erkundung der Inselgruppe vor dem kleinen, reichen Hafendörfchen Airlie Beach ist eine mehrtägige Segeltour. Wirklich länger verweilen – also mehrere Tage – kann man auf keine der Inseln, da sie zum größten Teil Nationalpark sind. Somit wird Übernachten entweder unmöglich oder einfach unbezahlbar – Hayman Island ist eine der teuersten Inseln weltweit.

„Elvis“, der zahme Napoleonfisch

Für mich hieß es, zwei Tage und eine Nacht auf dem ehemals schnellsten Segelboot der Welt (1979) mit einer netten Crew und vielen neuen Freunden. Neben des Besuchs des schon genannten Whitehaven Beaches und dem Hill Inlet stand noch Schnorcheln am Great Barrier Reef auf der Agenda. Richtig, die Whitsundays gehören zu einem südlicheren Ausläufer des insgesamt 2600km langen Korallenriffs. Die faszinierende Unterwasserwelt zog mich einmal mehr in den Bann. Beim letzten Schnorchelgang konnte ich sogar „Elvis“ (Napoleonfisch) berühren und weitere gefühlte 127 Fischarten bestaunen.

Das Wetter übrigens startete windig und bedeckt, was aber immerhin ein ziemlich sportliches Segeln ermöglichte. Gegen Nachmittag lockerte es dann allerdings jeweils an beiden Tagen auf, sodass die Rückfahrt (Segeln) nach Airlie Beach dann mit strahlend blauem Himmel gekrönt wurde. Der Kommentar eines mexikanischen Freundes: „Priceless!“. Unbezahlbar. Wie Recht er hatte.

Tipp: Man sollte sich vor der Tour erkundigen, welches das geeignete Boot für die persönlichen Ansprüche ist. Die Angebotspalette reicht von entspanntem Luxussegler, über „Abzocker“-Katamaran oder Partyboot bis hinzu dem eben jugendlich einfachen Sportsegelboot.

Von Cairns nach Townsville

Bereits nach zwei vollen Tagen in Cairns verließ ich die Region und begab mich in Richtung Süden nach Townsville. Nicht nur das Wetter verändert sich, sondern auch die Landschaft. Der Regenwald und die rote Erde gingen deutlich zurück, während vermehrt einzelne trockene Bäume und Graslandschaften überwogen, welche sehr an die Savannen Afrikas erinnerten.

Gewöhnlich regnet es in diesen Regionen weniger als in Äquatornähe. Doch entschied sich das Wetter anders, sodass mich zwei Regentage in Townsville erwarteten. Obwohl deutlich größer als Cairns, scheint Townsville nicht so spektakulär zu sein. Und auch nicht so beliebt bei Reisenden. Dafür fühlt man sich umso mehr von Australiern umgeben und kann das angenehme Klima genießen, das stark dem Mittelmeerklima ähnelt.

„The Strand“ mit Magnetic Island

Zudem ist Townsville auch nicht ganz ohne Attraktion. Die Strandpromenade „The Strand“ ist eine der längsten und schönsten, die ich bisher in Australien gesehen habe. Von dieser hat man auch einen guten Ausblick auf die vorgelagerte und bei Touristen durchaus beliebte Insel Magnetic Island. Apropos Ausblick: der über 200m hohe Castle Hill direkt im Stadtzentrum ist einerseits eine perfekte Trainingsmöglichkeit für Jogger als auch ein toller Aussichtspunkt – vorausgesetzt die Wolken versperren die Sicht nicht.

Tipp: Für einen netten Kaffee sollte man The Sweatshop aufsuchen. Das nette, künstlerische Café befindet sich auf der Flinders Street inmitten verschiedener Nachtclubs, die anscheinend sehr gefragt in Townsville sind.

Tauchen mit Nemo am Great Barrier Reef

Eins vornweg: Das Korallenriff unweit der australischen Ostküste war das ultimative Highlight meines bisherigen Australienbesuchs. Und dabei hatte ich anfangs wirklich überlegt, ob ich mich überhaupt auf eines der Boote der zahlreichen Anbieter begeben sollte. Immerhin erwartet mich ja noch eine Segeltour mit Schnorchelmöglichkeiten bei den Whitsunday Islands, die ebenfalls eines der südlichen Ausläufer des Great Barrier Reefs bilden.

Michaelmas Cay

Doch nach unheimlich positiven Empfehlungen vieler Freunde und anderer Reisender, entschied ich mich auf die Suche nach Nemo und Dory zu begeben – und wurde belohnt. Auf meinem einmaligen Einführungtauchgang konnte mich nicht nur die unglaubliche Farbenpracht und Artenvielfalt des Reefs überzeugen, sondern sah ich auch eine Wasserschildkröte, einen Rochen und einen Clownfisch – Nemo. Anschließend schwamm ich beim etwas entspannteren Schnorcheln teilweise sogar mit einer Schildkröte zusammen die Korallen ab. Traumhaft und wie in einer anderen Welt.

Tipp: Great Barrier Reef!

(Unterwasser-)Bilder folgen!