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Kapellenstraße 13, Palexpo, Olma-Hallen und UOW Sports Hub – vier verschiedene Orte, die auf dem ersten Blick nichts gemeinsam haben. Allerdings bieten alle vier Gebäude Platz für mehrere hundert Studenten und gelten als die gefürchteten Massenprüfungssäle während der Prüfungszeit an der jeweiligen Universität. Eine etwas übersichtlichere Auflistung:

  • Kapellenstraße 13, ehemaliges Fabrikgebäude in Bamberg, ca. 800 Plätze
  • Palexpo, Messehallen in Genf, ca. 2000 Plätze
  • Olma-Messehallen in St. Gallen, ca 800 Plätze
  • UOW Sport Hub, Sporthalle der Universität Wollongong, ca. 2500 Plätze

2500 Plätze! Das bedeutete auch, dass ich letzte Woche einen neuen Rekord in meiner sehr ereignisreichen Universitätslaufbahn aufstellen konnte – mit so vielen Leuten habe ich noch nie zusammen geschrieben. Während es für die meisten Studenten eher ein mit Angstschweiß verbundene Angelegenheit ist, fühlte ich mich eigentlich wohl in dieser bekannten Umgebung. Manchmal zahlt sich Erfahrung doch aus.

"Transparente" Prüfungsausrüstung

Die Organisation lief übrigens sehr gut ab, was allerdings auch an den sehr strikten und zum Teil fast lächerlicher Bestimmungen lag. Dass keine unerlaubten Hilfsmittel und keine eingeschalteten Smartphones mitgenommen werden dürfen, macht noch Sinn. Dass keine Taschen, keine Taschenrechner-Hülle und nichts zu essen mitgenommen werden darf (Prüfung dauert 2-3h) halte ich schon für etwas übertrieben. Dass allerdings Stifte nur in durchsichtigen Zipp-Plastiktüten (wie beim Flug-Handgepäck für Flüssigkeiten), keine Taschentücher und Flaschen nur ohne Etikett die Sicherheitskontrolle am Eingang passieren dürfen, ist definitiv an der Grenze zum Lächerlichen. Andererseits ist auch eine weitere Erfahrung, die man gemacht haben muss.

Tipp: Für Prüfungen immer rechtzeitig anfangen zu lernen und nicht verrückt machen lassen.

Linksverkehr, metrisches System und australische Flaschen

Meine Reise ist vorerst zu Ruhe gekommen. Seit gut eineinhalb Wochen befinde ich mich nun in Wollongong. Fest. Ohne irgendwo anders gewesen zu sein. So lang habe ich seit Ende des letzten Jahres nicht mehr an einem Ort verbracht. Zeit genug um sich über sondersame Dinge Gedanken zu machen.

Wer es noch nicht weiß: In Australien fährt man auf der linken Seite. Wie in England. Wie in fast allen ehemaligen britischen Kolonien. In den USA übrigens nicht. Da fährt man rechts. Aber wie in England wird in Amerika die Geschwindigkeit in Meilen pro Stunde gemessen. Es herrscht das Angloamerikanische Maßsystem. In England übrigens sollte bereits 2010 auf das metrische System umgestellt werden, woraus aufgrund von Protesten nichts wurde.

In Australien ist das anders. Hier hat man aufgrund der Vereinfachung auf Vereinheitlichung gesetzt, sodass in Australien mittlerweile in km/h, in Meter und in Liter gemessen wird. Zumindest offiziell. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind dagegen die alten Angaben noch weit verbreitet. Und auch sonst gibt es immer wieder Hinweise, dass man bis vor kurzem in Australien ganz anders gerechnet hat. Immerhin ist die kleine Plastik-PET-Flasche hier nicht in 500ml erhältlich, sondern nur in 600ml. Der Grund ist mir nicht bekannt.* Es drängt sich dennoch die Frage auf, warum man versucht durch Vereinheitlichung zu vereinfachen, um am Ende doch wieder andere Standards zu wählen. Es wird immer Fragen geben, auf die nur ganz schwierig Antworten zu finden sind.

Tipp: Morgen fahre ich nach Sydney. Im nächsten Blogeintrag gibt es wieder Bilder und reiserelevante Sachen zu lesen.

* Zu diesem Thema habe ich zwei Theorien. Die erste geht auf das alte System zurück, bei welchem ein Pint (568ml) ungefähr 600ml entsprechen. Die Diskrepanz ist aber dann dennoch zu hoch. Die zweite Theorie habe ich vor kurzem erst gelesen. 600ml Flaschen sollen ergonomischer zum Trinken sein. Den Punkt lasse ich unkommentiert.