Letzter Tag in Wollongong

Aus, vorbei, finito, finshed, fini! Nach den letzten zehn Tagen Urlaub in Queensland, verbringe ich noch eine Nacht in meiner fünften Heimat Wollongong. Obwohl ich nur noch meine Sachen abhole, umpacke und mich schon bald wieder auf dem Weg nach Sydney begebe, kommen doch nochmal einige Erinnerungen zurück. Insbesondere an meine beiden Lieblingsorte: Strand und Reservation Park.

Ohne große Worte …

Tipp: … und ohne Tipp! Oder doch: Frühstück im Diggies oder in einem anderen Café in Küstennähe.

Sydney oder Melbourne? Antwort: Brisbane!

Story Bridge mit Skyline Brisbanes

Nein, bei der oben genannten Frage gilt es nicht herauszufinden, welche die schönste Stadt Australiens ist. Erstens gehört bei einer solchen Einschätzung eine gehörige Portion Subjektivität dazu. Zweitens sind alle drei genannten Städte auf ihre Art und Weise wunderschön. Brisbane gewinnt aber wohl das Rennen als australischste der drei Metropolen an der Ostküste. Während Melbourne seinen europäischen Charme und Sydney seinen amerikanischen Einfluss kaum verstecken können, kommt Brisbane mit der landestypischen Lockerheit daher.

Das mag vielleicht an den unweit gelegenen Stränden der Sunshine und der Gold Coast liegen. Oder auch an den über 3000 Sonnenstunden pro Jahr (Barcelona: 2500h), die dafür sorgen, dass man selbst an Wintertagen mit kurzer Hose und Flip-Flops durch die Straßen flanieren kann. Obwohl Brisbane nicht direkt am Meer liegt, ermöglicht der sich durch die Stadt schlängelnde Brisbane River, ausgedehnte Spaziergänge vor dem Hintergrund der beeindruckenden Skyline. Dabei passiert man unter anderem die Story Bridge, den botanischen Garten und die Southbank Bank Parklands. Im Letzteren befindet sich neben liebevoll angerichteten und mit Blumen übersäten Lauben das ans London Eye erinnernde Wheel of Brisbane – ein Riesenrad mit sicherlich tollem Ausblick auf das Stadtzentrum.

Auch innerhalb des Central Business Districts lässt es sich gut verweilen. Die Cafés in der Shopping Mall laden eben so zum Kaffee oder Tee ein, wie die Shops zum Stöbern und Kaufen. Für die Abendunterhaltung gibt es vielzählige Bars und Pubs mit Großbildschirmen für alle möglichen Sportevents (inbesondere Rugby). Wer es aufregender und tanzintensiver mag, sollte sich im Fortitude Valley umschauen. Die anschließende Erholung ist in jedem Fall nur einen Katzensprung entfernt. Sollte es zudem einmal zu warm sein, kann man sich in der künstlich angelegten Lagune „Streets Beach“ abkühlen, oder sich einfach eines schattiges Plätzchen im Botanischen Garten suchen. Und Entspannen.

Vielleicht ist für Brisbane für Vollbluttouristen etwas zu langweilig, für Anwohner bietet die Stadt allerdings eine unglaublich hohe Lebensqualität.

Tipp: Wer sich entschieden hat, per Uferspaziergang am Brisbane River die Stadt zu erkunden, sollte sich vorher im Klaren sein, dass es kaum Fußgängerbrücken gibt, die beide Seiten miteinander verbinden. Ein Wassertaxi hilft aber dabei, den Fluss an verschiedenen Punkten den Fluss zu überqueren.

Von Cairns nach Townsville

Bereits nach zwei vollen Tagen in Cairns verließ ich die Region und begab mich in Richtung Süden nach Townsville. Nicht nur das Wetter verändert sich, sondern auch die Landschaft. Der Regenwald und die rote Erde gingen deutlich zurück, während vermehrt einzelne trockene Bäume und Graslandschaften überwogen, welche sehr an die Savannen Afrikas erinnerten.

Gewöhnlich regnet es in diesen Regionen weniger als in Äquatornähe. Doch entschied sich das Wetter anders, sodass mich zwei Regentage in Townsville erwarteten. Obwohl deutlich größer als Cairns, scheint Townsville nicht so spektakulär zu sein. Und auch nicht so beliebt bei Reisenden. Dafür fühlt man sich umso mehr von Australiern umgeben und kann das angenehme Klima genießen, das stark dem Mittelmeerklima ähnelt.

„The Strand“ mit Magnetic Island

Zudem ist Townsville auch nicht ganz ohne Attraktion. Die Strandpromenade „The Strand“ ist eine der längsten und schönsten, die ich bisher in Australien gesehen habe. Von dieser hat man auch einen guten Ausblick auf die vorgelagerte und bei Touristen durchaus beliebte Insel Magnetic Island. Apropos Ausblick: der über 200m hohe Castle Hill direkt im Stadtzentrum ist einerseits eine perfekte Trainingsmöglichkeit für Jogger als auch ein toller Aussichtspunkt – vorausgesetzt die Wolken versperren die Sicht nicht.

Tipp: Für einen netten Kaffee sollte man The Sweatshop aufsuchen. Das nette, künstlerische Café befindet sich auf der Flinders Street inmitten verschiedener Nachtclubs, die anscheinend sehr gefragt in Townsville sind.

Abenteuer in Cairns

Cairns ist eine der nördlichsten Städte an der Ostküste Australiens und hat dem Besucher unheimlich viel zu bieten: Regenwald, Berge, tropisches Klima, Krokodile, Fun und natürlich das Great Barrier Reef. Nicht umsonst wird Cairns als Adventurehauptstadt bezeichnet, auch bedingt durch die Möglichkeit Extremsportarten wie Skydiving und Bungee Jumping auszuprobieren. Ich plante allerdings nur zwei Tage für Cairns ein, was sich als definitiv zu wenig herausstellte.

Kleiner "Pool" im Regenwald

Wie auch immer – als ich an einem Donnerstag Abend in Cairns ankam, war ich begeistert. Angenehme Temperaturen auch nach Sonnenuntergang und etwas Leben im Stadtzentrum sorgten für einen positiven ersten Eindruck, der sich am nächsten Tag mehr als bestätigen sollte. Mein erstes Ziel: Eine Mountainbike-Tour mit Dan durch den Regenwald entlang des Mulgrave Rivers. Auch wenn ich dir Tour eher als einen kurzen Ausflug bezeichnen würde, war es der Sache Wert. Es ging über Stock und Stein, durch Flüsse und Matsch entlang des Flusslaufs bis zu einer kleinen Bademöglichkeit, die wir nutzten um uns etwas zu erfrischen.

"Strand" in Cairns

Wieder in zurück Cairns erkundete ich die Stadt, den Hafen und den Strand. Beim letzteren musste ich erschreckend feststellen, dass es gar kein Wasser zum Baden gab. Aufgrund des vorgelagerten Reefs und der Gezeiten erstreckt sich an Cairns Stadtstränden nur das Watt. Zum Entspannen und Faulenzen lädt die Uferpromenade mit den vielen Liegewiesen aber dennoch ein. Und auch wenn die Stadt selbst ansonsten eher überschaubare Attraktionen bietet, dank des tollen Klimas und der traumhaften Lage, eingebettet in der sich um die Stadt erhebenden Berge, lässt es sich in Cairns gut leben.

Tipp: Eine der besten Übernachtungsmöglichkeiten ist das Travellers Oasis. Die freundlichen Mitarbeiter geben sehr gute Hinweise, was man in Cairns und Umgebung alles erkunden kann. Mit Helens (von der Rezeption) Tipps im Hinterkopf mietet man sich dann am besten ein Auto und fährt für ein paar Tage in Richtung Norden zur Erkundung des Daintree Forest, Port Douglas und Cape Tribulation. Auch dem Atherton Tableland mit den Millaa Millaa Wasserfällen sollte man unbedingt einen Besuch abstatten.

Sydney V.

Die römische Zahl V entspricht der 5 in unserem Sprachgebrauch. Somit war es bereits der fünfte Besuch für mich in Sydney. Einige der Blogleser werden sich fragen, wieso sie nichts über die anderen drei Besuche seit Sydney I. erfahren haben. Die Lösung ist relativ einfach. Es gab nichts großartig Neues zu berichten, da meine Ziele sich meistens auf Darling Harbour und „Pancakes on the Rocks“ beschränkten.

Was war nun das Highlight des fünften Besuchs, das es Wert war, Thema meines Blogs zu werden? Der Coastal Walk von Bondi nach Coogee Beach. Bondi Beach? Ja, der berühmteste Strand Sydneys (Australiens?) war Ausgangspunkt eines kleinen Küstenspaziergangs zu Coogee Beach, einem anderen außergewöhnlichen Strand im Stadtgebiet Sydneys. In Bondi angekommen, merkte man schnell, dass es in dieser Region Australiens kühler geworden ist. Trotz strahlend blauem Himmel und Sonnenschein verirrte sich kaum eine der sonst zahlreichen Bikini-Nixen an den Strand. Dafür befanden sich umso mehr Surfer im Wasser, was leicht zu erklären ist. Die Wasser- übersteigt in dieser Jahreszeit durchaus die Außentemperatur.

Bondi Beach

Auf dem Weg zum Coogee Beach verändert sich nicht viel – die Landschaft, die Häuser, die Leute, die entspannte Atmosphäre. Es blieb ein netter Weg, der wohl besser im „Winter“ zu begehen ist, da es wohl im Sommer der deutschen Autobahn A9 zu Ferienbeginn gleicht (oder die Schweizer A2 vor dem Gotthardtunnel). Einzig das Café direkt am Tamarama Beach soll eine besondere Erwähnung erhalten. Es gibt wenige bessere Orte um einen Kaffee oder einen Tee zu genießen.

Tipp: Was durch die „ausgelassenen“ Blogs über Sydney etwas unterging: Auch nach Sonnenuntergang verlieren Sydney’s Darling Harbour, the Rocks und der Circular Quay nichts an seiner besonderen Atmosphäre und lädt immer wieder zum „Promenieren“ ein.