Auf dem Weg nach Lonnie – Lake St. Clair

Mittlerweile wurde unsere kleine Reisegruppe um eine deutsche Freundin erweitert, die wir im Hostel in Hobart einsammelten und die uns auf unserer Weiterreise nach Launceston („Lonnie“) begleitete. Die Fahrt dahin dauert normalerweise drei Stunden. Langweilig, dachten wir uns, und schoben einen Abstecher zum Lake St. Clair ein. Nein, kein See zum Baden – ein See in den Bergen, der gleichzeitig den Schlusspunkt des berühmten Overland Tracks bildet. So trafen wir vor Ort, abgesehen von einem niedlichen Wombat, der total gemütlich und unscheu über den Parkplatz spazierte, ausschließlich auf mit Rucksack bepackte Wanderer.

Die ursprüngliche Idee im National Park vorbei am Mt. Rufus zum Shadow Lake zu wandern, wurde vom Wetter zunichte gemacht. Der auf 900m (Höhe des Lake St. Clair) ab und zu einsetzende Nieselregen schlug sich in höheren Lagen in Form von nassem Schnee nieder, sodass eine längere Wanderung sicherlich keine Vorteile gebracht hätte. Auch weil die atemberaubende Aussicht vermutlich deutlich eingeschränkt gewesen wäre. Der eineinhalbstündige Rundweg am See entlang erwies sich aber als sehr angenehme Alternative. Das „schlechte“ Wetter sorgte für überschaubaren menschlichen Besuch und für eine beruhigende, entspannte, stille Atmosphäre. Und als Belohnung zeigten sich vereinzelt die Sonne und die teils schneebedeckten Berge. Super schön.

Lake St. Clair mit wolkenverhangenen Bergen im Hintergrund

Die anschließende Weiterfahrt nach „Lonnie“ war geprägt von unbefestigten Straßen durch Buschland, riesigen Stauseen und traumhaften Aussichten. Launceston, die zweitgrößte Stadt Tasmaniens, ist ebenfalls eine relaxte Stadt mit einigen niedlichen Fußgängerpassagen. Die an der Mündung des Tamar River liegende Cataract Gorge stellt dabei eines der Highlights der Stadt dar. Für die Hänge des Tamar Valleys blieb uns leider keine Zeit, hatten wir uns doch vor allem auf die Ostküste fokussiert.

Tipp: Der Overland Track ist die Outdoor-Attraktion Tasmaniens. In fünf Tagen durchwandert man die Nationalparks Cradle Mountain und Lake St. Clair und bekommt dabei eine Landschaftsmixtur von Irland und der Schweiz geboten.

Hobart

Hobart ist die Hauptstadt Tasmaniens und beherbergt immerhin 40% aller Einwohner der Insel. Damit ist sie logischerweise die größte Stadt – und eine hippe Stadt, mit europäischem Flair und vielen gemütlichen Cafés und Restaurants. In Hobart startete und endete unsere Reise durch Tasmanien.

Obwohl wir den ersten Tag noch ruhig in einem Café verbrachten und die kommenden Aktivitäten planten, wagten wir uns am Nachmittag doch in die Kälte – es war nicht wirklich kalt, aber doch spürbar kühler als auf dem „Festland“ – und fuhren mutig auf den Mt. Wellington, Hobarts Hausberg. Auf dem Weg zu dem 1271m hohen Gipfel eröffnete sich uns bereits ein traumhafter Ausblick. Die Vorfreude auf den finalen Lookout wuchs – und wurde bald getrübt. Verantwortlich dafür war nicht nur der aufkommende Nebel, sondern auch der einsetzende Schneeschauer. Eisiger Wind wehte bei gefühlten Minusgraden und an Aussteigen aus dem Auto war kaum zu denken. Die Jacken hatten wir übrigens im Hostel gelassen. Intelligent. Dennoch, für den sich doch ab und zu doch bietenden Ausblick und für die Tatsache, dass es in Australien schneit, lohnte sich der Ausflug allemal.

Blick vom Mt. Wellington auf Hobart

Nach unserem Roadtrip über die Insel, verschlug es uns am Ende nochmal für drei Tage nach Hobart und ließen den Urlaub ausklingen. Und dafür eignet sich Hobart sehr gut. Beim Fischessen an den Docks, beim Kaffeetrinken in einem der unzähligen Cafés oder beim Drink in den coolen Bars am Salamanca Place vertreibt es sich die Zeit relativ leicht. Für die aktiveren Leute bietet sich ein Ausflug zur Cadbury Chocolate Factory, ein Besuch des Museum of Old and New Art (MONA) oder ein Bootstour auf dem Derwent River an. Wir allerdings entschieden uns für die entspannte Variante. Die nächsten Berichte werden zeigen warum.

Tipp: In Hobart gibt es die besten Bäckereien, die ich bisher in Australien gesehen habe, auch wenn es keine große Schwierigkeit darstellt, das Festland-Toastbrot zu übertrumpfen. Jackman & Ross im etwas abgelegenen historischen Viertel Battery Point ist dabei insbesondere zu empfehlen, da es zugleich noch leckere Pies im Angebot hat.

Freitags in Wollongong

Wenn für mich Freitag Nachmittag (17.30h) die Uniwoche endlich vorbei ist, wartet das wohlverdiente Wochenende. Dieses wird im besten Fall mit einem BBQ (zu Deutsch: Grillen) am North Beach Strand eröffnet, an welchem sich mehrere öffentliche Elektro-Grills befinden. Natürlich sind diese relativ gut besucht, braucht man sich nicht einmal um Holzkohle und Feuer zu kümmern. Doch gegen 19Uhr ziehen sich die meisten Locals dann in ihre Wohnungen zurück – die Australier scheinen ziemlich zeitig zu essen – und die Grills werden frei.

BBQ am North Beach Park

Und ehrlich gesagt: es gibt kaum eine bessere Alternative das Wochenende zu beginnen, als mit einem Grillabend am Strand. Dabei ist es egal, ob man ein einfaches Steak, ein paar der leckeren Beef-Würste, einen Burger oder doch eines der sehr leckeren Känguru-Steaks auf dem Teller hat. Es wird sich allerdings zeigen, wie lange wir dieses Ritual noch aufrecht erhalten können, immerhin wird es doch mittlerweile schon relativ zeitig dunkel und frisch.

Wer ist wir? Der ursprüngliche Kreis bestehend aus meinen Schweizer Freunden Mary, Patti und Manu wurde die letzten beiden Male um Matt, Sina, Annika, Joffrey, Michele und Arash erweitert. Schauen wir, wer nächste Woche dabei ist.

Tipp: Für den After-Grill-Kaffee lohnt sich ein Blick ins „Il mundo del cafe“, einem kleinem netten Café, in dem es anscheinend auch gutes und günstiges Essen gibt.

… und bei Sonne

Wer sich genau die letzten Bilder von Wollongong angeschaut hat, dem wird aufgefallen sein, dass sich im Süden der Stadt ein eher hässliches (Schwer-)Industriegebiet befindet: Port Kembla. Dieses ist sogar so hässlich, dass es vom City Beach aus fotografiert fast schon wieder eine künstlerische Note bekommt.

Dennoch bleibt die Hauptattraktion der Stadt das Belmore Basin mit seinem kleinen Fischerhafen und den zwei Leuchttürmen. Die Strände laden immer zum Verweilen ein, wobei am North Beach einem auch der Blick auf Port Kembla verwehrt wird. Und bei Sonnenschein ist Küste von „The Gong“ einfach traumhaft. Oder was meint ihr?

 

The Gong bei Regen…

Ok, vielleicht wird der eine oder andere schon gefragt haben: „Was ist eigentlich dieses Wollongong?“ Was die meisten, die den Blog schon länger verfolgen, wissen sollten, ist, dass Wollongong eine Stadt unweit gelegen von Sydney im Australischen Bundesstaat New South Wales (die drittgrößte) ist. Bei der Einwohnerzahl wird sich meistens etwas gestritten. Die Angaben reichen von ca. 100’000 bis zu ca. 250’000. Die extreme Diskrepanz kommt wahrscheinlich dadurch zustande, dass sich entweder auf den Stadtkern oder auf das Agglomerationsgebiet bezogen wird.

Der Name Wollongong, welcher mit „Meeresrauschen“ oder „reiche Fischermahlzeit“ übersetzt werden kann, stammt übrigens nicht überraschenderweise von den Aboriginies. Heutzutage wird Wollongong im Sprachgebrauch oftmals nur als „Gong“ oder „The Gong“ bezeichnet.

Weiterhin sollte bekannt sein, dass es in Wollongong eine sehr grüne Uni gibt, die eher einer Parkanlage gleicht. Warum es in Wollongong so grün ist, ist mit einer einfachen Formel zu erklären:

Meeresklima + Bergkette im Rücken = viel Regen

Den Beweis dazu gibt es in der Galerie.