Fazit Singapur

Obwohl schon längst in Melbourne angekommen und eingelebt, denke ich noch einmal kurz zurück an Singapur. Was ist geblieben, was kann ich empfehlen?

Singapur ist definitiv eine Reise Wert. Vielleicht sogar eher zwei. Die Vielfalt, die die Stadt, der Staat, die Insel bietet, ist bemerkenswert. Es sind dabei nicht nur die modernen, architektonisch beeindruckenden Gebäude an der Mündung des Singapur Rivers, die hervorstechen. Auf den Straßen Singapurs herrscht eine kaum vorstellbare Multikultur: Chinesen, Inder, Malaysier, Touristen. Hindus, Moslems, Buddhisten, ein paar wenige Christen. Und in die faszinierende Welt einer jeden dieser Kulturen einzutauchen, und zu vergessen, dass man in einem Finanz-Wolkenkratzer-Metropol-Welt-Stadtstaat ist, macht einfach nur Spaß.

Man kann sowieso sehr schnell vergessen, dass man in einer 5-Millionen-Einwohner-Stadt ist. Wenn man will. Ein Besuch in der Region Southern Ridges oder im Singapore Zoo, und man ist ganz weit weg vom Großstadtleben. Fast im Dschungel. Und das sind nur zwei Beispiele, die ich kennen gelernt habe. Bei einem zweiten Besuchen stünden mir immer noch einige städtische Parks (Jurong Bird Park, Botanische Garten inkl. Orchideengarten, etc.) sowie das Bukat Timuh Nature Reserve und die Inseln Pulau Ubin, Kusu Island und St. John’s Island zur Auswahl. Und so sehr man sicherlich auch den Geldrausch, die Investitionslust und die damit verbundenen Umweltsfragen in bestimmter Weise verurteilen kann, die Regierung Singapurs achtet sehr darauf, dass ihr Stadtstaat weiterhin ausreichend attraktive „grüne Gebiete“ besitzt.

À propos Regierung. Das ist wahrscheinlich die größte „Schwäche“ Singapurs. Sie will die Stadt zu einem Paradies entwickeln und um das zu erreichen, setzt sie hohe Strafen zur Vermeidung jegliche Gewalts- und Gefahrenpotenziale ein. Drogenschmugglern gilt die Todesstrafe (bereits bei geringen Mengen), Homosexualität ist (noch) strikt verboten, Trinken oder Essen in Metro oder Metrostationen kostet 1000SGD Strafe (über 500EUR!) – Kaugummi kaufen ist in geringen Mengen wieder erlaubt (mehr Infos hier). Dieses Vorgehen ist menschlich und menschenrechtlich gesehen natürlich mehr als fragwürdig.

Aber das mindert dennoch nicht die Attraktivität Singapurs als Reiseziel, welches nicht nur für Reiche geeignet ist. Jugendliche, Studenten oder Backpacker können in einem der Hostels oder der preiswerten Hotels unterkommen, in Kopi tiams essen und günstig öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Somit wird Singapur für Jedermann erschwinglich und attraktiv.

Bewertung: 4,5 Sterne (von 5).