Footy

Beschäftigt man sich etwas näher mit dem Begriff englischen „Football“ (wörtlich übersetzt Fußball), stellt sich schon bald heraus, dass nur im Mutterland des Fußballs selbst (sprich England) der Begriff auch für Fußball verwendet wird. In den USA wird dagegen Soccer zu Fußball gesagt, während „Football“ dort American Football meint. Dieses ist allerdings etwas irreführend, da der durchschnittliche Anteil, bei dem der Fuß den Ball berührt, bei gefühlten 3,78% des ganzen Spiels liegt.

Zurück nach Australien. Auch hier ist Football ein beliebter Sport, der nichts mit dem europäischen Fußball zu tun. Australian Rules Football – liebevoll meist nur Footy genannt – steht dabei in gleicher Beziehung zu Australien wie Kängurus oder Koalas: Footy gibt es nur in Australien. Umso interessanter ist es für Nicht-Australier, sich ein Spiel live anzuschauen.

Spielszene aus dem Spiel der Sydney Swans gegen die Western Bulldogs

Dass es an einem Sonntag Nachmittag in Sydney in Strömen regnete, als wir das Match der ansässigen Swans (Schwäne) gegen die Western Bulldogs (Melbourne) verfolgten, ließ das Interesse an diesem Sporthighlight in keiner Weise sinken. Und was zunächst wie ein heilloses Durcheinander und Getümmel aussah, wo Hände sowie Füße für Gegner und Ball (ähnlich wie bei Rugby und American Football) genutzt werden können, machte irgendwann doch Sinn. Ziel des Spiels ist nicht „das Runde muss ins Eckige“, sondern vielmehr „das Eiige muss irgendwo zwischen vier Pfosten“. Auf Deutsch: Es gibt zwei äußere Tore für die es jeweils ein Punkt und ein mittleres für das es sechs Punkte gibt. Gespielt werden vier Viertel, welche offiziell 25min dauern. Allerdings wird Nachspielzeit automatisch aufsummiert, sodass wirre Spieldauern wie 36:20min pro Viertel herauskommen. Gepasst wird während des Spiels per Handpass (ähnlich einer Volleyballangabe von unten) oder eben per Kick (zu meist aus der Hand), Tore wiederum dürfen nur mit dem Fuß erzielt werden. Nicht so kompliziert also. Und so lustig es manchmal wirken mag, wenn 2 x 18 Spieler dem Ball hinterher rennen, es ist definitiv unterhaltsam, diesem Treiben und dem Enthusiasmus der Australier zuzuschauen. Und immerhin ist es typisch australisch!

Tipp: Ein anschließender Besuch beim Vivid Festival am Circular Quay zwischen Harbour Bridge und Oper ist nicht nur wegen der Lichtshows beeindruckend. Auch der Besuch einer der vielzähligen Live-Konzerte in der Oper ist sicherlich ein Muss – was uns leider verwehrt blieb.