Hobart

Hobart ist die Hauptstadt Tasmaniens und beherbergt immerhin 40% aller Einwohner der Insel. Damit ist sie logischerweise die größte Stadt – und eine hippe Stadt, mit europäischem Flair und vielen gemütlichen Cafés und Restaurants. In Hobart startete und endete unsere Reise durch Tasmanien.

Obwohl wir den ersten Tag noch ruhig in einem Café verbrachten und die kommenden Aktivitäten planten, wagten wir uns am Nachmittag doch in die Kälte – es war nicht wirklich kalt, aber doch spürbar kühler als auf dem “Festland” – und fuhren mutig auf den Mt. Wellington, Hobarts Hausberg. Auf dem Weg zu dem 1271m hohen Gipfel eröffnete sich uns bereits ein traumhafter Ausblick. Die Vorfreude auf den finalen Lookout wuchs – und wurde bald getrübt. Verantwortlich dafür war nicht nur der aufkommende Nebel, sondern auch der einsetzende Schneeschauer. Eisiger Wind wehte bei gefühlten Minusgraden und an Aussteigen aus dem Auto war kaum zu denken. Die Jacken hatten wir übrigens im Hostel gelassen. Intelligent. Dennoch, für den sich doch ab und zu doch bietenden Ausblick und für die Tatsache, dass es in Australien schneit, lohnte sich der Ausflug allemal.

Blick vom Mt. Wellington auf Hobart

Nach unserem Roadtrip über die Insel, verschlug es uns am Ende nochmal für drei Tage nach Hobart und ließen den Urlaub ausklingen. Und dafür eignet sich Hobart sehr gut. Beim Fischessen an den Docks, beim Kaffeetrinken in einem der unzähligen Cafés oder beim Drink in den coolen Bars am Salamanca Place vertreibt es sich die Zeit relativ leicht. Für die aktiveren Leute bietet sich ein Ausflug zur Cadbury Chocolate Factory, ein Besuch des Museum of Old and New Art (MONA) oder ein Bootstour auf dem Derwent River an. Wir allerdings entschieden uns für die entspannte Variante. Die nächsten Berichte werden zeigen warum.

Tipp: In Hobart gibt es die besten Bäckereien, die ich bisher in Australien gesehen habe, auch wenn es keine große Schwierigkeit darstellt, das Festland-Toastbrot zu übertrumpfen. Jackman & Ross im etwas abgelegenen historischen Viertel Battery Point ist dabei insbesondere zu empfehlen, da es zugleich noch leckere Pies im Angebot hat.

Tasmanien

Wer sich die Karte von Australien etwas genauer anschaut, dem wird aufgefallen sein, dass es sich nicht um eine, sondern um zwei Inseln handelt. Der “kleine” Punkt südlich von Australien heißt Tasmanien und ist wahrscheinlich vor allem durch seine aussterbenden Tierarten bekannt – dem Tasmanischen Tiger und dem Tasmanischen Teufel. Auch Australier (“Festland”-Australier) ignorieren ganz gern den achten Bundesstaat – für sie ist es sowieso viel zu kalt auf “Tassie” wie es dennoch liebevoll genannt wird.

Bevor es allerdings endgültig kühler und Tasmanien vermutlich komplett mit Schnee bedeckt sein wird, ging ich selbst auf die Reise, um mich von dem Gerücht, dass es jeden Monat schneien kann, zu überzeugen. Für neun Tage, davon sechs mit gemieteten Auto, ging es mit einer Schweizer Freundin von Sydney aus nach Hobart, der Hauptstadt. Fragt man sich nun, warum man ganze neun Tage auf so einer kleinen Insel verbringen muss, dann sollte man im Hinterkopf behalten, dass Tasmanien immerhin eine Fläche von ca. 68.000km² einnimmt. Das entspricht der 1,5fachen Fläche der Schweiz, oder auch ungefähr der Größe Bayerns. Das ist nicht so klein.

Umso komplizierter wurde dafür die Planung, was man in den sechs Tagen mit Auto alles abfahren will. Touristische Highlights wie Port Arthur, den wilden Westen mit zerklüffteten Bergketten und stürmischer Küste, die Städte Launceston oder Devonport, abgeschiedene Strände wie die Bay of Fires, der ruhige Nordwesten (“God’s waiting room” – dort leben viele Rentner) oder auch die vielen National Parks – einfach war die Entscheidung nicht. Und sicherlich blieb einiges auf der Strecke. Doch zum Schluss haben wir, wie sich später herausstellte, eine nette Runde gefunden:

Hobart – Lake St. Clair National Park – Launceston – Bay of Fires – Freycinet National Park – Fortescue Bay – Port Arthur – Hobart

Tipp: Was es in den einzelnen Orten zu sehen gibt, folgt schon bald. Fotos sowieso!

Jervis Bay

“Colourful trips” – Das war die Bezeichnung für den vom Study Abroad Service (Austauschdienst an der UOW) organisierten Ausflug zur Jervis Bay. Da ich mich damals gegen dieses Angebot und für die Blue Mountains entschieden habe, musste Jervis Bay unbedingt nachgeholt werden.

Letztes Wochenende ergab sich dann die Gelegenheit, als ich mit meinen italienischen, französischen und deutschen Freunden entschied, ein Auto zu mieten und für einen ruhigen Sonntag “down south” zu fahren. Ausgehend vom schicken und gemütlichen Hauptort Huskisson erkundeten wir die Bay, die angeblich so farbenprächtig sein soll die definitiv so farbenprächtig ist.

  • Weiß: Hyams Beach ist im Guinness Buch der Rekorde als der Strand mit dem weißesten Sand weltweit eingetragen. Ein Muss.
  • Blau: Das Wasser.
  • Hellblau: Dass Wasser auch in Australien eine blaue Farbe annimmt, ist kein Geheimnis. Aber ich dachte nicht, dass es in Ufernähe zu einem unglaublich leuchtenden Hellblau werden kann, das man sonst viel mehr von Bildern aus der Karibik kennt – dem weißen Sand sei Dank.
  • Grün: Über den südlichen Teil der Bucht erstreckt sich der Booderee National Park (nicht der einzige in der Region), der teilweise vereinzelt Regenwald aufweist und im Herzen einen riesigen Botanischen Garden beherbergt – den wir aus bestimmten Gründen (siehe unten) auslassen mussten.
  • Braun: Ein Nationalpark in Australien impliziert normalerweise gleichzeitig Wildlife-Spotting – genauer gesagt Kängurus. Während meine Begleiter ihre ersten Kängurus sahen, war es für mich eher schon die Gewohnheit. Doch als in Stoney Creek dieses Riesen-Känguru mit seinem braunen, flauschigen Fell aus dem Busch kam und die Holzstufen des Wanderwegs hinaufgesprungen ist, war ich doch etwas beeindruckt.
  • Rot: Die Farbe des Horizonts bei Sonnenuntergang. Aufgrund der Zeitumstellung am selbigen Tag war es der erste Tag, an dem die Sonne bereits vor 18Uhr unterging (!).
  • Grau: Fast hätte ich es vergessen. Gegen Nachmittag zogen bereits kräftige Gewitterwolken auf, die auch den ein oder anderen Schauer zur Folge hatten. Es erwies sich dann durchaus praktisch, dass wir mit dem Auto unterwegs waren und dennoch die meisten schönen Orte anfahren konnten.

 

Hyams Beach

Fazit: Wir werden sicherlich noch mal wiederkommen. Erstens ist es wunderschön – vielleicht wird das Wetter besser. Zweitens besteht die Option, im Juni auf Bootstour mit Walbesichtigung zu gehen. Delfine sind dabei in jedem Fall mit inbegriffen.

Tipp: Murrays Beach – der Sand fast so weiß wie am Hyams Beach, aber durch den Blick auf die unweite Cowen Island, die fast bis ans Wasser reichenden Wälder des Nationalparks und den unglaublichen Blick in die Bucht wirkt dieser Strand wie das Paradies. Oder wie auf Monkey Island.

Stanwell Park

Der Übergang von Wollongong nach Sydney, oder eher von Sydney nach Wollongong ist fast fließend. Fast könnte Wollongong als südlichstes Stadtviertel von Sydney bezeichnet werden. Wäre da nicht der Royal National Park, der eine Art natürliche Grenze zwischen den beiden Städten bildet. Am südlichen Zipfel wartet allerdings ein weiterer, wesentlich kleinerer und ebenfalls schöner National Park, “Stanwell Park”.

Laut Webseite heißt der Woddi-Woddi Track eigentlich Wodi-Wodi

Während der Grand Pacific Drive diesen kleinen, in einer Bucht sich befindlichen National Park nur tangiert und viel mehr einen sagenhaften Ausblick auf die südliche Küstenlinie gibt, drangen wir in den Stanwell “Busch” ein. Auf dem Plan stand der 6,5km lange Wodi-Wodi Track, der einen spektakulären Weg zu bieten hatten. “Spektakulär” ist dabei weniger auf die Aussicht zu beziehen als vielmehr auf das ständige Auf und Ab, das Passieren von Flüssen über natürliche Brücken, das Suchen der nächsten Wegmarkierung (was sich ab und zu als Herausforderung darstellte), das Freimachen des Weges von Sträuchern oder das Überwinden von ziemlich schlammigen Abschnitten, die noch Hinweise auf den letzten Regen (der schon lange zurücklag) gaben.

Insbesondere die matschigen Passagen stellten das größte Hindernis dar. Denn diese wurden bevorzugt von kleinen bis größeren Blutegeln bewohnt, die natürlich nach Blut lechzten. Und als dann gerade eine Reisegruppe von Semi-Touristen durch ihr Gebiet zog, dachten sich die Blutsauger sicherlich: “Mittagessen!” So kam es, dass jeder von uns zwischen 5 und 20 dieser Leeches (english für Blutegel) an seinen Beinen, in seinen Schuhen oder sonst wo finden konnte. Das größte Exemplar erreichte bei einer Länge von mind. 5cm bestimmt einen Durchmesser von über 5mm. Allerdings war dieser auch leider schon mit Blut vollgesaugt.

Wir überlebten aber auch dieses Abenteuer und erreichten am Ende die traumhafte Lagune des Stanwell Park Beaches, an welchem wir uns für eine kurze Erfrischung in die Wellen stürzten. Die letzte Anlaufstelle und der absolute Höhepunkt der Wanderung war die Gelateria (im englischen wirklich Gelato genannt), bei welcher es ein überdimensional großes als auch leckeres Eis gab. Verdient war es allemal.

Stanwell Park Beach

Tipp: Gutes Schuhwerk oder lange Hosen können Blutegel auf ihrer Suche nach Blut nicht abhalten. Sie “beißen” sich durch den Stoff. Die kleinen niedlichen Würmchen sind übrigens total ungefährlich. Im Gegenteil, Menschen überall auf der Welt zahlen sogar teilweise für eine solche Blutegel-Blutreinigung.

Freitags in Wollongong

Wenn für mich Freitag Nachmittag (17.30h) die Uniwoche endlich vorbei ist, wartet das wohlverdiente Wochenende. Dieses wird im besten Fall mit einem BBQ (zu Deutsch: Grillen) am North Beach Strand eröffnet, an welchem sich mehrere öffentliche Elektro-Grills befinden. Natürlich sind diese relativ gut besucht, braucht man sich nicht einmal um Holzkohle und Feuer zu kümmern. Doch gegen 19Uhr ziehen sich die meisten Locals dann in ihre Wohnungen zurück – die Australier scheinen ziemlich zeitig zu essen – und die Grills werden frei.

BBQ am North Beach Park

Und ehrlich gesagt: es gibt kaum eine bessere Alternative das Wochenende zu beginnen, als mit einem Grillabend am Strand. Dabei ist es egal, ob man ein einfaches Steak, ein paar der leckeren Beef-Würste, einen Burger oder doch eines der sehr leckeren Känguru-Steaks auf dem Teller hat. Es wird sich allerdings zeigen, wie lange wir dieses Ritual noch aufrecht erhalten können, immerhin wird es doch mittlerweile schon relativ zeitig dunkel und frisch.

Wer ist wir? Der ursprüngliche Kreis bestehend aus meinen Schweizer Freunden Mary, Patti und Manu wurde die letzten beiden Male um Matt, Sina, Annika, Joffrey, Michele und Arash erweitert. Schauen wir, wer nächste Woche dabei ist.

Tipp: Für den After-Grill-Kaffee lohnt sich ein Blick ins “Il mundo del cafe”, einem kleinem netten Café, in dem es anscheinend auch gutes und günstiges Essen gibt.