Sydney I.

Sydney I. beschreibt keine Königin. Sydney I. ist einfach eine von mir gewählte Bezeichnung für meinen ersten Besuch der größten Stadt Australiens. Den ersten und sicherlich nicht letzten. Von Wollongong ist Sydney nur einen Katzensprung entfernt, eine gute Stunde Zugfahrt, wie von St. Gallen nach Zürich, oder von Bamberg nach Nürnberg, oder von Zwickau nach Dresden. Preis für Studenten (Tagesticket): 8.20AUD, ca. 8,20CHF, ca. 6,50EUR.

Und mit dieser Einstellung, dass es nicht das letzte Mal in Sydney sein wird, bin ich mit zwei Freundinnen aus dem Wohnheim, davon eine Sydney-Siderin, nach Sydney gefahren. Ich war besonders gespannt. Wie oft musste ich mir bereits den Vergleich zwischen Melbourne und Sydney anhören? Liebst du Melbourne, wirst du Sydney nicht mögen – und vice versa. Kann man diese Stadt nicht mögen? Ich zumindest mag sie.

Darling Harbour mit Harbour Bridge im Hintergrund

Es liegt nicht nur am Sydney Opera House oder an der wirklich überwältigenden Harbour-Bridge. Es vielmehr die Stadt selbst und ihre Nähe zum Meer. Durch die unzähligen Meeresarme der Botany Bay zählt Sydney ebenso viele verschiedene Häfen und Stadtgebiete, die in ihrer Art immer unterschiedlich sind. Die Bucht wirkt zudem wie ein großer See inmitten einer riesigen Stadt und ermöglicht eine ständigen Rückzugsort von der sonst relativ hektischen Innenstadt.

Für uns blieben an diesem Tag die Besichtigung der touristischen Aktivitäten: Gestartet in Darling Harbour, nahmen wir anschließend an einer free guided tour teil (free hieß in dem Fall, dass man den Preis selber bestimmen konnte). Neben den obengenannten Wahrzeichen, Oper und Harbour Bridge, waren die viktorianischen Arkaden, das Parliament House (ursprünglich ein Rum Hospital), die Hyde Park Baracks oder die alten Kolonialhäuser am Circular Quay Teil der Tour und erzählten spannende Geschichten aus dem 19. Jhd. Zwischen dem Circular Quay und der Harbour Bridge liegt „The Rocks“. Dieses hübsche, niedliche, älterliche Viertel, in welchem sich die ersten Europäer ansiedelten, galt lange Zeit als dreckiges und veruchtes Viertel, lädt heute aber zum Entspannen und Kaffee-Trinken ein.

Café in The Rocks

Nach dem ersten Eindruck hat Sydney wirklich viel zu bieten. Und es unterscheidet sich von Melbourne, vielleicht sollte man daher einen direkten Vergleich nur bedingt ziehen.

Tipp: Am ersten Märzwochenende findet die Parade des bekannten Mardi Gras Festivals statt. Mardi Gras ist eines der größten Schwulen und Lesben Festivals der Welt, wobei insbesondere die Parade mittlerweile für alle Gesellschaftsgruppen zu einem echten Spektakel geworden ist. Somit folgt bald Sydney II.